Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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27.06.2019

Die Renaissance der Neonröhre

Ein Berliner Start-up produziert Licht-Kreationen und bringt mit dem Neonröhrenglasbläser ein altes Handwerk wieder groß raus.

Das Formen von Neonröhren ist eine selten gewordene Handwerkskunst - kompliziert in der Herstellung und damit teuer und von modernen Materialien längst überholt. Der Markt ist geflutet von günstigeren und leichter hergestellten LED-Massenprodukten. Bei Farbe, Lichtgefühl und Abstrahlung können LED-Lampen jedoch nicht das Neonlicht und damit die Glasbläsertechnik substituieren.

Drei Jungunternehmer aus Berlin wollen nicht einfach nur Lampen herstellen, sondern mit ihren Licht-Kreationen Aussagen in die Welt tragen. Das Berliner Start-up Sygns (www.sygns.de) produziert Licht-Kreationen und bringt mit dem Neonröhrenglasbläser ein altes Handwerk wieder groß raus. Gemeinsam mit zwei Studienfreunden, mit denen er seine Firma 2014 gründete, kreiert Nils Lehnert in Kreuzberg Produkte wie einen aus weißem Neonlicht hergestellten Drachen, der über den Tischen eines asiatischen Restaurants in Hamburg schwebt. Das Programm reicht von einfachen Standleuchten bis hin zu großen Wandinstallationen. Das Geschäft läuft mittlerweile profitabel, vor allem durch Aufträge großer Unternehmen wie Adidas, Mercedes, Lumas oder Business Punk. Aber auch Privatkunden können Neonlicht-Installationen bestellen, selbst entworfen mit eigener Handschrift oder gewählt aus den Produktlinien von Sygns. Geliefert wird über das Internet weltweit, unter anderem nach Hongkong. Der Produktionsaufwand ist hoch: Neongas muss aufwendig extrahiert werden, um es als Leuchtstoff zu verwenden - in Glasröhren, die von Glasbläsern in die gewünschte Form gebracht werden müssen.

Sygns versteht sich als Plattform, auf der Neonglasbläser und Kunden aus Kunst, Film, Architektur und Design, aber auch private Interessenten zusammengeführt werden. Dafür haben die drei Freunde ein Netzwerk von Neonröhrenglasbläsern aus Berlin, Stuttgart und Hamburg aufgebaut. Weitere warb man in Italien und Polen an. Sie sind nicht einfach zu finden, denn dieses Handwerk stirbt aus. Mit Grafikern und Ingenieuren besitzt Sygns das Know-how für die komplexen technischen, gestalterischen und logistischen Fragen bis hin zum sicheren Versand der fragilen Glaselemente in teilweise beachtlichen Ausmaßen. Um Kundenkommunikation, Marketing, Finanzen, Grafikdesign und Website kümmern sich 15 Mitarbeiter in Büros in Berlin und Kopenhagen.

Quellen: www.stores-shops.de, Pressemitteilung vom 12. Februar 2019;
                www.berliner-zeitung.de, Pressemitteilung vom 30. Juni 2019

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