Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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07.01.2021

Weltmeister-Manufaktur zieht es nach Lateinamerika

In der Corona-Pandemie schaut die Klingenthaler Weltmeister Akkordeon-Manufaktur mit Zuversicht auf das neue Jahr.
TV-Kamera bei der Aufnahme einer Musikveranstaltung

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben den Kulturbereich schwer getroffen. Die Klingenthaler Weltmeister Akkordeon-Manufaktur GmbH schaut dennoch zufrieden auf 2020 zurück und mit Zuversicht auf das neue Jahr. Frühzeitig hatte die älteste Akkordeonmanufaktur der Welt auf die Corona-bedingten Probleme reagiert und am Weltakkordeontag, dem 6. Mai, auf Youtube die Online-Veranstaltung „Weltmeister-Wednesday“ ins Leben gerufen. Bei den wöchentlichen Mittwoch-Konzerten wurden auch Spieler aus dem Iran, Indonesien, Brasilien und Argentinien begrüßt. Daraus resultierten Anfragen aus Ländern, in die „Weltmeister" bisher noch nie geliefert hatten. Etwa 50.000 Nutzer haben die Konzerte inzwischen gesehen. Während der Adventszeit spielten Mu-siker aus Deutschland, Spanien und Polen online Weihnachtsmelodien aus ihren Heimatländern.

Anfang Dezember war das Klingenthaler Trio Tango International im chinesischen Shenzhen beim Akkordeon Festival in einem Videoclip optisch zu erleben. Das Festival schlägt eine Brücke von Deutschland über die Ukraine und Russland nach China. Am 24. Dezember präsentierte in Brasilien die Akkordeonistin und Sängerin Adriana Sanchez im Fernsehen eine Show, zu der sie extra ein Akkordeon in Klingenthal bauen ließ. Von der Show verspricht sich die Klingenthaler Manufaktur einen Einstieg in den lateinamerikanischen Markt. Dort verstärkt Fuß zu fassen, ist für den Geschäftsführer Frank Meltke einer der Schwerpunkte für 2021. Die Marke „Weltmeister“ ist in Lateinamerika nicht unbekannt. Bereits Ende der 80er Jahre lieferten die damaligen Klingenthaler Harmonikawerke Akkordeons nach Argentinien und Brasilien.

Meltke sieht in den Konzerten aber mehr als nur Unterhaltung. Das Angebot soll dazu beitragen, das Instrument wieder etwas populärer zu machen und zu zeigen, dass man auf dem Akkordeon nicht nur Volksmusik, sondern auch Klassik und Jazz spielen kann.

Zukünftig soll die Marke nicht mehr nur für Instrumente genutzt werden. Inzwischen gibt es die Weltmeister-Reisen GmbH mit derzeit neun Standorten in Deutschland, elf weitere sollen folgen. Im September unterhielten Musiker aus Deutschland, Russland und den USA die Gäste auf einer musikalischen Donau-Kreuzfahrt zwischen Passau, Wien und Budapest nicht nur musikalisch, sondern gaben auch Workshops rund um das Akkordeon.

Quellen: Freie Presse vom 1. Dezember 2020;
                www.mdr.de, 24. Dezember 2020

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