Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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20.03.2021

Was macht ein Messebauer in der Corona-Krise?

Ein Messebauer bleibt während der Corona-Pandemie optimistisch und rüstet um auf Spuckschutze.
Junge Menschen in einem Raum mit Spuckschutz tragen chirurgischen Maskenschutz.

Was macht ein Messebauer ohne stattfindende Messen? Machen – lautet die Devise des Messebauers Harald Schubert. Seine Messebau-Firma schuberts messe + mehr hat seit 2018 ihren Sitz im fränkischen Iphofen. Als Büro dienen dem gelernten Schreiner umgebaute Container, in denen zuvor Messestände eingelagert waren. Die Lage für Messebauer ist kritisch. 2018 war Schubert auf zehn Messen, das heißt zwanzigmal vor Ort zum Auf- und Abbau. 2019 waren es acht. Im Corona-Jahr 2020 dann nur noch die Hälfte. Die Feinschmeckermesse in Iphofen war im März 2020 die letzte Messe, auf der er seinen eigentlichen Beruf ausübte. Mit dem Lockdown kamen dann viele Verschiebungen oder Absagen bereits geplanter Messen.

Bedingt durch die Pandemie stellt Schubert nun Spuckschutze her. Dafür musste er aber kein alternatives Geschäftsfeld bilden, sondern greift auf das Konzept ‚mehr’ zurück, welches auch schon in den letzten Jahren neben den Messen immer mitlief. Dieses steht für Innenausbau und Ladenbau. Neben dem Fertigen von Spuckschutzen konnte sich der Messebauer in der Krise auch Projekten widmen, die schon länger geplant waren, wie der Bau eines Wintergartens für das italienische Restaurant ‚iFratelli’ in Würzburg. Als Messebauer kennt er sich auch gut mit Holz aus und kann so auch andere Aufgaben erledigen wie beispielsweise Altbausanierungen und Büroeinrichtungen. Daneben übernimmt Harald Schubert aktuell eine Ladeneinrichtung für ein Genusshaus in Iphofen sowie eine für ein Optik- und Akustik-Geschäft in der Schweiz. Dabei geht es unter anderem um den Bau von Hörkabinen: Eine Herausforderung für einen Messebauer, der sich Harald Schubert und sein einziger Festangestellter tatkräftig stellen. Sie machen einfach.

Bei allem Optimismus glaubt Schubert aber nicht, dass er auf mehr als zwei Messen in diesem Jahr bauen kann.

Quelle: www.deutsche-handwerks-zeitung.de vom 12. Februar 2021

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