Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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21.02.2019

Traditionelle Holzbaukästen in modernem Design weltweit gefragt

Die Verbindung von didaktischem Lernspielzeug mit Motiven der erzgebirgischen Volkskunst in Baukästen ist das Alleinstellungsmerkmal der Firma Ebert.

„Mit solchen Baukästen habe ich als Kind schon gespielt.“ Diesen Satz hört Büroleiterin Andrea Köhler vom Familienbetrieb Erzgebirgische Holzspielwaren Ebert (www.erzgebirgskunst-drechsel.de) fast täglich von Eltern. Die farbig geprägten Blumenauer Holzbaukästen sind Tradition seit 1860. Zu den Fassaden-Baukästen von damals gehörten Fenster, ursprünglich aus aufwendig bemaltem Glas, später mit unterlegten farbigen Rollen. Diese Fenster sind auch heute noch Elemente in den Baukästen, deren Niedergang 1995 so gut wie besiegelt war. Der Betriebswirtschaftler Christian Ebert und sein Sohn Jürgen, der gerade eine Tischlerlehre abgeschlossen hatte, erwarben den zum Verkauf stehenden Blumenauer Betrieb von der Treuhand und starteten in der Fabrik mit der Erzgebirgischen Holzspielwaren Ebert GmbH neu durch.

Obwohl wegen des zweijährigen Produktionsstillstandes keine Kundenbeziehungen mehr bestanden, profitierten die Eberts davon, dass solche Baukästen nirgendwo sonst produziert wurden, diese aber seit Generationen vor allem im Osten gut bekannt waren. Sie begannen wieder mit der Produktion, nun nicht mehr aus Fichten-, sondern aus Buchenholz. Jahr für Jahr dachten sie sich neue Dinge aus: Holzeisenbahnen und -trucks, Rechendominos, Bauerndörfer, Balance-Baukästen für therapeutische Zwecke, Puzzle-Cube, Steckfiguren, Klopfbank und Zählleiste. Sogar die „russische Rechenmaschine“ und Kreisel wurden wiederbelebt. Heute gibt es 300 verschiedene Artikel.

200 Kubikmeter Holz werden pro Jahr von den zehn Beschäftigten in der Firma verarbeitet. Unter den weltweit 2000 Abnehmern sind Kunden in Österreich, Frankreich, Holland, der Schweiz, Japan und in den USA. Sie schätzen die Langlebigkeit der Bausteine, die die Kreativität schon von Kleinkindern enorm fördern. Etwa die Hälfte der Erzeugnisse sind inzwischen Lern-, Rechen- und pädagogische Spiele, die hauptsächlich von Schulen und Fördereinrichtungen nachgefragt werden. Alle zwei Jahre präsentiert sich die Firma auf der Didacta, der größten Bildungsmesse Deutschlands.

2010 erhielt der Familienbetrieb einen Hauptpreis im Wettbewerb „Tradition und Form“ des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller. 2018 erhielt er erneut einen Hauptpreis im Branchenwettbewerb: mit einem Holzbaukasten, der auf unterschiedlich große Nikolaushäuser zurückgreift und nach dem Baukastenprinzip sowohl als viereckiger Adventskranz oder als Würfelspiel funktioniert. Die Verbindung von didaktischem Lernspielzeug mit Motiven der erzgebirgischen Volkskunst in Baukästen ist zum Alleinstellungsmerkmal der Firma Ebert geworden.

Quelle: Freie Presse; Pressemitteilung vom 22. November 2018

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