Zentralverband des
Deutschen Handwerks
05.05.2026

Der "Bodenkavalier": Handwerksexport mit Köpfchen

Ein Solo-Handwerker aus Franken ist europaweit gefragt.
Der Parkettlegermeister ölt den frisch geschliffenen Parkettboden, indem er das Öl erst grob mit der Spachtel aufträgt.

Seit 2015 tritt Ronny Schulz aus Kalchreuth bei Nürnberg (https://rsbodentechnik.de/) konsequent als “Bodenkavalier” auf – ein Name, der aus einer Zusammenarbeit mit einem Werbedesigner entstand und seine höfliche, kundenorientierte Arbeitsweise widerspiegelt. Dieses Branding, kombiniert mit einem auffällig beklebten Fahrzeug und einer starken Präsenz in sozialen Medien wie Instagram, hat ihn weit über seine Heimatregion hinaus bekannt gemacht. 

Über digitale Kanäle präsentiert er seine abgeschlossenen Projekte, was potenziellen Kunden Orientierung bietet und Vertrauen schafft. Diese Strategie führte dazu, dass Schulz heute Aufträge von Italien bis Finnland und in die Niederlande erhält.

Nischenkompetenz für den europäischen Markt

Obwohl seine Leidenschaft dem Holz und der Aufbereitung alter Parkettböden gilt, hat er sich international eine wichtige Marktnische erschlossen: das Verlegen von Doppelböden. Diese speziellen Böden werden vor allem in Büros oder Räumen mit elektrischen Schaltanlagen benötigt, da sie Kabel und Leitungen unsichtbar unter dem Bodenbelag führen.

Während Großprojekte oft von Industriefirmen übernommen werden, besetzt Schulz die Nische für kleinere Flächen und Firmen, in der jedoch dieselben hohen technischen Anforderungen gelten.

Flexibilität und persönliche Präsenz

Der Erfolg des “Bodenkavaliers” basiert nicht zuletzt auf seiner enormen Flexibilität. Um enge Zeitpläne bei Ladeneröffnungen einzuhalten, wechselt er auch kurzfristig vom Transporter in das Flugzeug, um rechtzeitig vor Ort zu sein. Dabei legt er Wert darauf, als Soloselbstständiger alle Arbeiten persönlich auszuführen, da die Kunden genau diese individuelle Betreuung durch die “Marke” Bodenkavalier erwarten.

Sein Werdegang zeigt eindrucksvoll, wie ein Einzelunternehmer durch die geschickte Nutzung digitaler Kommunikation und eine klare Spezialisierung erfolgreich im europäischen Ausland agieren kann.

Quelle: 
www.deutsche-handwerks-zeitung.de vom 12. März 2026