Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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27.10.2019

Letzter Drehorgelbauer Berlins glaubt an die Zukunft

Einer der letzten Drehorgelbauer Deutschlands will die Tradition des Berliner Drehorgelspiels erhalten.

Berlin ist die Hauptstadt der Drehorgel. Hier hat auch der einzige Drehorgel-bauer  in den neuen Bundesländern sein Domizil. Axel Stüber ist einer der letzten vier Drehorgelbauer Deutschlands (www.berliner-drehorgel.de). Auch wenn die Jugend den „Leierkasten“ als antiquiert ansieht und es vor allem an jungem Nachwuchs fehlt, möchte der gebürtige Mecklenburger nicht vom drohenden Ende des Drehorgelspiels sprechen: „Viele beginnen erst im Alter mit dem Orgeln. Und alte Menschen wird es schließlich immer geben.“

Der 64-Jährige hat sich bereits vor Jahrzehnten auf Drehorgeln spezialisiert. Begonnen hat er ursprünglich mit dem Bau von Kirchenorgeln 1970. Als das Geschäft mit den Orgeln immer schwieriger wurde, übernahm er eine Werkstatt für Drehorgeln. Mittlerweile schaffen Stüber und seine beiden Mitarbeiter ein Instrument in etwa 200 Stunden. Die Orgeln werden wie in der Blütezeit vor über 130 Jahren zu Heinrich Zilles Zeiten per Lochband gesteuert. In handwerklicher Qualität und mit viel Liebe zum Detail entstehen von den Drehorgeln Mini-Serien von sechs bis zehn Exemplaren. Das Kultinstrument ist ein teures Hobby und hat seinen Preis. Die günstigste Orgel ist für 2900 Euro erhältlich, besonders aufwändige Modelle können bis zu 15.000 Euro kosten.

In 43 Länder hat Axel Stüber seine Orgeln bereits verkauft: Von Albanien über Israel bis nach Neuseeland wissen die Kunden die Qualitätsinstrumente aus der Heimat der Drehorgel zu schätzen. Mit seinem Verein, den Internatio-nalen Drehorgelfreunden Berlin, will er die Tradition erhalten und das Berliner Drehorgelspiel als UNESCO-Weltkulturerbe etablieren.

Quellen: www.berliner-drehorgel.de, Stand Oktober 2019;
                www.welt.de, Pressemitteilung vom 26. Juli 2018;
                www.nmz.de, Pressemitteilung vom 26. Juli 2018

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