Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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Deutschen Handwerks
21.02.2019

Gute Geschäfte in der Schweiz trotz Bürokratiebarrieren

Trotz Bürokratiebarrieren sind Aufträge aus der Schweiz für deutsche Handwerker sehr attraktiv.

Die Schweiz ist für Handwerker ein interessantes Terrain. Das Land ist im Europavergleich besonders teuer. Für Konsumgüter und Dienstleistungen geben die Schweizer rund 61 Prozent mehr aus als der EU-Durchschnitt. Aufträge aus dem Nachbarland sind für deutsche Handwerker darum sehr attraktiv.

Besonders lukrativ ist die Schweiz für Handwerker, die einen Großteil der Arbeiten in Deutschland zu EU-Löhnen vorbereiten und anschließend im Nachbarland nur montieren müssen. Weniger attraktiv sind dagegen umfangreiche Arbeiten auf Schweizer Territorium, weil die Löhne bei solchen Tätigkeiten zwingend an das höhere Schweizer Niveau angepasst werden müssen. In der Schweiz tätige Betriebe mit einem Gesamtumsatz von jährlich 100.000 Franken und mehr müssen eine Schweizer Umsatzsteuernummer beantragen. Die betroffenen Handwerker müssen folglich einen Treuhänder mit Sitz in der Schweiz benennen und eine Bankbürgschaft oder Sicherheitsleistung für die abzuführende Umsatzsteuer von drei Prozent des voraussichtlichen Schweizer Umsatzes, mindestens aber 2.000 Franken, vornehmen. Nicht betroffen sind Handwerker, die nur Waren in die Schweiz liefern. Oft fallen bei Grenzübertritt zudem noch beachtliche Kautionen an, abhängig von Gewerk und Kanton.

Zum Schutz des Binnenmarktes errichten Schweizer Behörden seit einigen Jahren Bürokratiebarrieren gegen deutsche Handwerker. Einheimische Handwerker werden bevorzugt, ausländische Kollegen hinter diese Barrieren verbannt. Immer häufiger unterstellen die Behörden den ausländischen Handwerkern Scheinselbständigkeit und prüfen bei Verdachtsmomenten sehr genau. Selbständige Handwerker, die alleine ohne Mitarbeiter regelmäßig über die Grenze fahren, sollten deshalb möglichst in einem Firmenauto mit eigener Beschriftung unterwegs sein, auf ihrer Arbeitskleidung Firmenlogos aufgedruckt haben und ihr eigenes Werkzeug benutzen. Die Kontrolldichte ist sehr hoch. Auch wer seinen Monteuren zu wenig bezahlt - und wenn es nur ein paar Rappen sind - muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Quelle: www.handwerk-magazin.de, Pressemitteilung vom 25. Juli 2018

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