EU-Kommission legt Paket für faire Arbeitsmobilität vor
Es verfolgt drei übergeordnete Ziele:
- die Bereitstellung von digitalen Sozialversicherungsdokumenten mit Informationen zur Arbeitnehmerentsendung
- eine stärkere Durchsetzung von Regeln für faire Arbeitsmobilität sowie
- einfachere Anerkennung von Kompetenzen und Abschlüssen
Europäischer Sozialversicherungsausweis ESSPASS
Mit dem ESSPASS sollen in Zukunft sozialversicherungsrelevante Dokumente digital und in Echtzeit überprüf- und einsehbar sein. So soll die Fachkräftemobilität erleichtert und Rechtssicherheit für Unternehmen, die über EU-Grenzen hinweg tätig sind, erhöht werden.
Revision des Mandats der Europäischen Arbeitsbehörde ELA
Die ELA soll mehr Befugnisse zur besseren Betrugsbekämpfung erhalten und bei der Durchsetzung der EU-Vorschriften über die Arbeitskräftemobilität gestärkt werden. Sie wird zudem ermächtigt, grenzüberschreitende Inspektionen durchführen zu können.
Initiative zur Portabilität von Kompetenzen
Arbeitgeber sollen Qualifikationen und Kompetenzen aus allen 27 Mitgliedstaaten besser verstehen, vergleichen und ihre Authentizität sofort überprüfen können. Neue Qualifikationen sollen in einem digitalen Standardformat in der EUDI-Brieftasche ausgestellt werden, wodurch sie grenzüberschreitend leichter zu überprüfen sind.
Überarbeitung der Berufsanerkennungsrichtlinie
Mit diesem Paket hat die EU-Kommission zudem einen Vorschlag zur Änderung der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie vorgelegt. Ziel ist es, überflüssige Formalitäten zu verringern und Bearbeitungszeiten zu verkürzen. Qualifikationen, die für den Zugang zu reglementierten Berufen erforderlich sind, sollen rascher durch zuständige Stellen wie Handwerkskammern grenzüberschreitend anerkannt werden.
Rat und EU-Parlament verhandeln die Vorschläge nun im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren.