Handwerk als Garant für Resilienz
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Mittelstand und Handwerk machen Wirtschaft krisenfest
Mittelstand und Handwerk tragen maßgeblich zu einer resilienten Wirtschaft bei:
- Krisenstabilität durch Vielfalt und Kleinteiligkeit: Mit 1 Mio. Betrieben, 5,6 Millionen Beschäftigten und rund 778 Milliarden Euro Gesamtumsatz (2023) stabilisiert das Handwerk die Konjunktur. Mittelstand und Handwerk stehen für 99 Prozent aller Betriebe und Unternehmen in Deutschland. Die Masse an KMU sorgen für Systemstabilität.
- Standorttreue und gesellschaftlicher Zusammenhalt: Als "Rückgrat der Gesellschaft" sichert das Handwerk lokale Wertschöpfungsketten und soziale Strukturen, was die Wirtschaft weniger anfällig für globale Verwerfungen macht.
- Wandel durch Krise: Die Fähigkeit, aus Krisen (wie der Pandemie oder Flutkatastrophen) zu lernen und sich anzupassen, macht das Handwerk zum Vorbild für organisationale Resilienz.
Handwerk ist Dienst an der Gemeinschaft
Das Handwerk ist Wirtschafts- und Gesellschaftsbereich und bringt sich auf vielfältige Art und Weise in und für die Gesellschaft ein. Vor Ort in Vereinen, in der Kirche, im Zivil- und Katastrophenschutz und auch in der Reservistenarbeit sowie Soldatenfürsorge.
Ehrenamt & Lokale Vernetzung
Das Ehrenamt hat in Deutschland eine große Bedeutung. Handwerkerinnen und Handwerker sind ehrenamtlich weit über die handwerkliche Selbstverwaltung hinaus engagiert und vernetzt. Das Handwerk ist tief in der Region und in lokalen Strukturen wie der Freiwilligen Feuerwehr oder dem THW verwurzelt, was die Reaktionsgeschwindigkeit in Krisenfällen massiv erhöht.
Reservistenarbeit & Soldatenfürsorge
ZDH unterstützt den Nationalen Veteranentag
Auf Beschluss des Deutschen Bundestages vom April 2024 wird jährlich im Juni ein Nationaler Veteranentag begangen. Wesentliche Zielsetzung des Veteranentags ist es, die Leistungen von Veteraninnen und Veteranen sichtbarer zu machen und ein neues gesellschaftliches “Wir-Gefühl” zwischen Veteraninnen und Veteranen, Bundeswehr angehörigen und Zivilgesellschaft zu fördern. Der Tag ehrt bewusst die Menschen – nicht militärische Strukturen. Der ZDH unterstützt den Veteranentag als eine Initiative, die ein wichtiges gesellschaftliches und politisches Signal setzt.
Arbeitgeberpreis der Deutschen Bundeswehr und des Reservistenverbands
Das Bundesministerium der Verteidigung und der Verband der Reservisten der Bundeswehr verleihen jährlich den Arbeitgeberpreis “Partner der Reserve”, mit dem Arbeitgeber gewürdigt werden, die in besonderem Maße Reservisten und Reservistinnen unterstützen. Eine Jury, in der auch der ZDH vertreten ist, wählt anhand definierter Kriterien die Kandidaten für den Arbeitgeberpreis “Partner der Reserve” in vier Kategorien aus: Großunternehmen, Mittelstand und Handwerk, Öffentlicher Dienst und eine Sonderkategorie (z. B. Verbände, Organisationen).
Handwerk als Helfer in der Krise
Handwerkliche Kompetenz sichert im Krisenfall die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft. Ob im Bevölkerungsschutz (THW, Feuerwehr …), in der kritischen Infrastruktur oder der regionalen Grundversorgung: Das Handwerk hält das Land am Laufen.
| Beispiel Ahrtal-Hochwasser 2021 – handwerk-baut-auf.de: Das Handwerk spielte beim Ahrtal-Hochwasser 2021 eine zentrale Rolle: Soforthilfe vor Ort (Schadenserfassung, Trockenlegung, provisorische Reparaturen) und wesentlicher Wiederaufbau durch Sanitär/Heizung/Dach, Elektro und Maler. Regionale Handwerkskammern koordinierten Hilfe, Förderberatung und Auftragsabwicklung; Freiwilligenhilfe und Präventionsmaßnahmen rundeten die Rolle ab und stärkten Arbeitsplätze. |
Versorgungssicherung & Kritische Infrastruktur
Versorgung der Bevölkerung
Beitrag zur Sicherheits- und Verteidigungslogistik
Gefragte Fachkompetenz
Versorgungssicherung & Kritische Infrastruktur
Dem Handwerk kommt im Rahmen des Katastrophen- und Krisenfalls eine große Bedeutung beim Zivilschutz und der Versorgung der Bevölkerung zu. Der Zivilschutz obliegt federführend dem Bundesministerium des Innern (BMI) und seinem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
Instandsetzung und Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur (KRITIS)
Handwerksbetriebe sichern im Krisenfall die Aufrechterhaltung technischer Infrastrukturen. Sie reparieren Strom-, Wasser- und Gasleitungen und sorgen für baulichen Zivilschutz (Schutzräume). Wenn Betriebe kritische Anlagen betreiben beziehungsweise in besonders wichtigen Sektoren agieren, unterliegen sie Regulierungen durch KRITIS-Dachgesetz (KRITISDachG) und NIS2-Umsetzungsgesetz. Beide Gesetzesvorhaben definieren Standards zur Stärkung der Wirtschafts- und Cyberresilienz.
Beide Gesetze stellen Resilienzanforderungen an Unternehmen und Betriebe im Bereich der kritischen Infrastrukturen auf. Teil dieser Anforderungen sind Risikoanalysen, Schulungen, Registrierungspflichten und Cybersicherheitsmaßnahmen. Bezüglich der konkreten Betroffenheit von Handwerksbetrieben im Zusammenhang mit der NIS2-Umsetzung und dem KRITISDachG steht der ZDH im Austausch mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Versorgung der Bevölkerung
Wenn globale Lieferketten unterbrochen sind, wird regionale Versorgungsfähigkeit überlebenswichtig. Das Lebensmittelhandwerk sichert die Ernährung der Bevölkerung unabhängig von Fernlogistik. Das Gesundheitshandwerk gewährleistet medizinische Grundversorgung vor Ort. Die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten und ein höherer Grad an lokaler Autarkie verringern systemische Lieferkettenrisiken und erhöhen die Durchhaltefähigkeit in lang andauernden Krisen.
Beitrag zur Sicherheits- und Verteidigungslogistik
Neben dem Zivilschutz und dem Schutz kritischer Infrastruktur leistet das Handwerk zivile Unterstützungsleistungen im Rahmen des Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) und ist hier organisatorisch eingebunden. Handwerkliche Zulieferer sind bereits heute als verlässliche Partner in der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft aktiv eingebunden.
Gefragte Fachkompetenz
Handwerkinnen und Handwerker sind bereits in der Gesellschaft fest verankert. Ihre Fähigkeiten werden gebraucht beim THW, bei der Feuerwehr oder im Bevölkerungsschutz. Im Ernstfall sind Handwerkinnen und Handwerker sowie Betriebe mit entsprechenden Baugeräten verstärkt gefragt und es kann zu Personalabzug kommen. Betriebe sollten hier Notfall- und Vertretungspläne vorhalten.


