Zentralverband des
Deutschen Handwerks
23.06.2026

Digitaler Euro muss Handwerksbetrieben echten Mehrwert bieten

Am 23. Juni hat der Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments seine Position zum Paket zur einheitlichen Währung beschlossen. Das Paket behandelt den Vorschlag zur Schaffung des Digitalen Euro. Dazu erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke:
Menschen machen Fotos vor dem EU-Parlament in Brüssel

"Angesichts globaler Unsicherheiten ist es sinnvoll, dass mit dem Digitalen Euro die Souveränität und Resilienz des europäischen Zahlungsverkehrs gestärkt werden soll. Zugleich wird mit dem Paket aber auch der weiterhin wichtigen Rolle von Bargeld Rechnung getragen.

Es ist positiv, dass das Parlament wie der Rat zuvor ebenfalls eine weniger strenge Annahmepflicht des Digitalen Euro durch Händler vorsieht. Von den Ausnahmen würden besonders kleine Handwerksbetriebe profitieren. Zugleich bleibt fraglich, wieso überhaupt eine Verpflichtung bestehen bleiben soll. Wenn der Digitale Euro, wie von den Gesetzgebern versichert, einen Mehrwert für alle bietet, also auch für Handwerksbetriebe, werden diese ihn auch ohne Zwang akzeptieren. 

Gerade die Gebührenstruktur ist hier zentral. Händler müssen bessergestellt werden gegenüber den aktuellen Gebühren für Kartengebühren. Diese werden derzeit noch von den Zahlungsanbietern diktiert und gehen häufig zu Lasten der Gewinne der Betriebe. Dass sich EU-Parlament und Rat dafür aussprechen, die Gebühren zu begrenzen, ist folglich richtig. 

Die Begrenzung muss aber noch dringend konkretisiert werden. Die Kosten dürfen nicht die von nationalen Karten wie Girokarten überschreiten. Sollten andere ähnliche Zahlungsmittel wie Kreditkarten als Vergleich herangezogen werden, würden Handwerksbetriebe schlechter gestellt und der Erfolg des Digitalen Euro gefährdet."

 

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