Eigene Reinigungsproduktlinie: Grundstoff des grünen Gebäudereinigers

Klaus Breyer führt seit 20 Jahren sein Gebäudereiniguns-Unternehmen. Für den Allgäuer ist die Bewahrung der Umwelt nicht nur wichtig, sondern sinnstiftend.

Foto: makosch Media

Klaus Breyer ist das, was man im besten Sinne heimatverbunden nennt. Der Gebäudereinigungsmeister ist hier in Buchenberg im Allgäu geboren, gleich neben der Kirche. In der Marktgemeinde auf 900 Höhenmetern und mit einem grandiosen Blick auf die Voralpen lebt er noch immer. Sein Vater war 40 Jahre lang der Hausmeister der Buchenberger Schule. Schon als Vorschulkind ging der Bub seinen Eltern zur Hand, wenn es darum ging, durchzufegen, Papierkörbe zu leeren oder die Schulmilch zu verkaufen. Er liebte das und machte später seinen Beruf daraus. Er komme, sagt er selbstbewusst, aus kleinen Verhältnissen.

 

"Jeder Beruf hat seine Herausforderungen"

Heute beschäftigt der 54-Jährige 500 Menschen, die im Auftrag der Breyer Gebäudereinigung GmbH vom Schwimmbad über den Lebensmittelbetrieb bis zum Krankenhaus alles so in Schuss halten, dass Menschen sich dort wohlfühlen und gefahrlos ihrer Arbeit nachgehen können. „Jeder Beruf hat seine Herausforderungen“, sagt er und schaut durch seine schmal gerahmte Brille. „Man denkt, Reinigung kann jeder, aber das kann eben nicht jeder. Man kann so viel kaputt machen in diesem Beruf.“ Er hat Gebäudereiniger von der Pike auf gelernt und sich vor zwei Jahrzehnten selbstständig gemacht.

Bis heute ist er froh, seinen Meister gemacht zu haben. Da habe er viel über Betriebswirtschaft und Unternehmensführung gelernt. „Es müssen auch die Zahlen stimmen. Die Leute wollen pünktlich ihr Geld, und da muss die Struktur passen.“ Aus jahrelanger Erfahrung weiß er, was er von seinen Mitarbeitern verlangen kann und was nicht. „Nur wer weiß, was er tut, kann eine stabile Firma führen und ist auch in Zukunft ein verlässlicher Partner für die Kunden.“ Wie eng Breyer, eher der nachdenkliche Typ, mit der ihn umgebenden Natur verbunden ist, ist deutlich zu spüren. „Umwelt ist ein Riesenthema für unser Unternehmen“, sagt er beim Gespräch in seinem modernen, lichtdurchfluteten Büro. Und das ist nicht nur so hingesagt. Seinen Firmensitz hat er in Niedrigenergiebauweise errichten lassen, auf dem Dach glänzt die Photovoltaikanlage. Sein Büro ist papierlos organisiert. Anfallender Müll wird konsequent getrennt.

Und ihm ist es enorm wichtig, dass bei der Arbeit möglichst wenige Chemikalien eingesetzt werden. Dafür hat er eine firmeneigene Produktlinie entwickelt, die exklusiv für Breyer produziert wird. „Die Palette ist klein und nach Farben sortiert, damit man die Mittel richtig einsetzt und dosiert.“ Vor ihm auf dem Besprechungstisch stehen die Literflaschen. Rot für Sanitär, Blau für Oberflächen, Grün für Böden, Gelb für Waschbecken und Spiegel – dazu die farblich entsprechenden wiederverwendbaren Mikrofasertücher.

Und weil ihm das alles noch nicht reicht, engagiert sich Klaus Breyer im Umweltpakt Bayern und im Qualitätsverbundumweltbewusster Betriebe.Was es damit auf sich hat? Breyer zeigt lieber Ergebnisse, statt nur darüber zu reden. Also schlüpft er in seine Wanderschuhe und die Daunenjacke und fährt verschlungene Wege hinauf, in den Wald. Dort, zwischen rauschenden alten Weißtannen und von Sturm und Schnee gebrochenen Kiefern, stapft er umher und zeigt, was für ihn die Bewahrung der Schöpfung bedeutet. Hunderte Baumsetzlinge hat er hier mit anderen Waldbegeisterten gepflanzt. Bergahorn, Douglasien, Fichten, Weißtannen – manche so klein, dass man Obacht geben muss, nicht draufzutreten; andere schon hüfthoch und mit leuchtend blauen Plastikklammern gegen Wildverbiss geschützt.

 

"Jung, mittel, alt, verschiedene Arten - es muss von allem was da sein, um die Zukunft zu sichern. Und dafür sorgen wir."

Klaus Breyer läuft durch die Reihen, er erklärt, zeigt, reibt die hellgrünen Nadelzweige zwischen den Fingern. Man spürt: Das hier macht ihn wirklich zufrieden. Glücklich. Er sei gerne draußen, sagt er, und dass er hier gut abschalten könne, auf andere Gedanken komme. Für ihn ist das ein Geben und Nehmen: „Wir verursachen als Firma CO² und wir bemühen uns deshalb, das auch wieder auszugleichen.“ Die Gemeinde Buchenberg hat für das Wiederaufforstungsprojekt ein Stück Wald zur Verfügung gestellt. Regelmäßig gehen die Mitstreiter gemeinsam hinaus und kümmern sich um alles: Böden vorbereiten, Setzlinge nachpflanzen, junge Bäume beschneiden. „Das ist ein ständiger Prozess, da muss man dranbleiben.“

Er habe, sagt Klaus Breyer, einen tiefen christlichen Glauben. Dazu gehöre, dass wer in der Natur lebe, sich auch um sie kümmern muss. „Wir sind hier bodenständig, ortsgebunden und stolz auf unsere Herkunft.“ Und dazu gehört für ihn, dass alles, was endet, auch wieder einen Anfang finden kann. Er steht tief ein- und ausatmend im Wald über Buchenberg und weist mit ausholender Geste auf die unterschiedlichen Bäume ringsumher. „Jung, mittel, alt, verschiedene Arten – es muss von allem was da sein, um die Zukunft zu sichern. Und dafür sorgen wir.“

Foto: makosch Media
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Diese Handwerk-Story erschien erstmals im ZDH-Jahrbuch 2020.