23.03.2020

ZDH-Präsident Wollseifer zu den bundesweiten Ausgangsbeschränkungen

Foto: ZDH/Boris Trenkel

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer warnt gegenüber der Rheinischen Post vor weiteren Folgen des bundesweiten Kontaktverbots für die Unternehmen:

„Jetzt kommt es zuallererst darauf an, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die nun vereinbarten gemeinsamen Kontaktbeschränkungen erscheinen notwendig, um das zu gewährleisten. Sichergestellt bleiben müssen die Grundversorgung und Infrastrukturen. Hierbei kommt gerade auch Handwerksunternehmen aus den unterschiedlichsten Gewerken des Gesundheits- und Lebensmittelbereiches, aus dem Bereich Hygiene wie auch der handwerklichen Notdienste eine ganz entscheidende Rolle zu. Die Handwerksbetriebe sind sich ihrer Verantwortung bewusst und setzen alles daran, die Verbraucher zu versorgen und ihren Teil zur Daseinsvorsorge zu leisten – unter Beachtung sämtlicher Vorsichtsregeln.
 
Die Kontaktbeschränkungen erschweren gleichzeitig jedoch durchgängig die wirtschaftliche Situation der Unternehmen, auch im mittelständisch geprägten Handwerk. Die schon auf den Weg gebrachten Stabilisierungsmaßnahmen sind daher unbedingt notwendig, damit an sich gesunde Betriebe überleben können. Verbürgte oder zinsverbilligte Kredite reichen aber alleine nicht aus, um bei einem massiven Umsatzrückgang oder gar Betriebsschließungen die weiter laufenden Kosten decken zu können. Unabdingbar und dringend ist es deshalb, Vorkehrungen zur Existenzsicherung zu treffen, und das mit so wenig Antragsbürokratie wie nur irgend möglich. Gerade für kleine und mittlere Betriebe muss es nicht rückzahlbare Zuschüsse für die laufenden Kosten wie insbesondere Gewerbemieten geben, Steuerstundungen, kurzum: alles, was Liquidität bringt und auf der Kostenseite entlastet. Wir setzen daher sehr darauf, dass die in den letzten Tagen intensiv diskutierten Überlegungen in der kommenden Woche nicht nur konkretisiert werden, sondern dann bereits auch gesetzlich fixiert werden. Es geht für immer mehr Unternehmen hinsichtlich ihres Fortbestands um Tage!“

Coronavirus

Nahaufnahme von Viren grafisch dargestellt.
Foto: AdobeStock/Feydzhet Shabanov