Umsatzsteuer - Ab 1. August 2004 Rechnungen auch an Privatpersonen

ZDH-Steuerinfo 07/ 2004
 
Das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz beinhaltet auch umsatzsteuerliche Neuregelungen.
 
Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat auf seiner Sitzung am 30. Juni 2004 dem Gesetz zur Intensivierung der Bekämpfung der Schwarzarbeit und damit zusammenhängender Steuerhinterziehung mit Änderungen zugestimmt. Die Zustimmung des Bundesrates erfolgte am 9. Juli 2004. Das Gesetz beinhaltet u.a. Neuregelungen betreffend die umsatzsteuerliche Rechnungsstellung.

Rechnung an Privatpersonen
 
Bei Werklieferungen und sonstigen Leistungen an einem Grundstück sind Unternehmer künftig verpflichtet, innerhalb von sechs Monaten nach Ausführung der Leistung eine Rechnung auszustellen, auch wenn der Auftraggeber eine Privatperson ist oder die Leistungen für den nichtunternehmerischen Bereich eines Unternehmers erbracht worden ist. Eine solche Pflicht zur Rechnungsstellung bestand bei Leistungen an Privatpersonen bisher nicht.
Zudem müssen Privatpersonen und Unternehmer, die die Leistung für ihren nichtunternehmerischen Bereich bezogen haben, die Rechnung oder eine andere beweiskräftige Unterlage mindestens zwei Jahre aufbewahren. Andernfalls handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 500 Euro geahndet werden kann. Der leistende Unternehmer hat in seiner Rechnung auf diese Aufbewahrungspflicht hinzuweisen.
 
Rechnung an Unternehmer
 
Seit dem 1. Januar 2004 sind Unternehmer zur Ausstellung von Rechnungen verpflichtet, wenn sie ihre Leistung an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen erbringen. Wie bisher muss der leistende Unternehmer ein Doppel der Rechnung und der Auftraggeber die Originalrechnung zehn Jahre lang aufbewahren.
Neu ist, dass der leistende Unternehmer die Rechnung innerhalb von sechs Monaten ausstellen muss. Neu sind auch die Bußgeldvorschriften für die Nichtausstellung trotz Rechnungspflicht. Wird eine Rechnung nicht oder zu spät ausgestellt, drohen Bußgelder von bis zu 5.000 Euro.

Das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz ist am 1. August 2004 in Kraft getreten.

Praxishinweis:
Zur Vermeidung von Verwaltungsaufwand im Unternehmen sollten künftig alle Rechnungen - egal ob an Unternehmen oder an Privatpersonen - die seit dem 1. Januar 2004 geltenden umsatzsteuerlichen Pflichtangaben enthalten. Auch der neue Hinweis auf die Aufbewahrungspflichten privater Auftraggeber kann, wenn er allgemein und offen formuliert ist, auf jedem Rechnungsformular vermerkt sein. Hier bietet sich z.B. die folgende Formulierung an: "Bei steuerpflichtigen Werklieferungen oder sonstigen Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück hat der Leistungsempfänger, sofern er eine Privatperson oder eine Unternehmer ist, der die Leistung für seinen nichtunternehmerischen Bereich verwendet, diese Rechnung, einen Zahlungsbeleg oder eine andere beweiskräftige Unterlage mindestens zwei Jahre lang aufzubewahren."

Simone Draheim