Zentralverband des
Deutschen Handwerks
21.03.2021

Brexit: Was Handwerker jetzt beachten müssen

Mancher deutsche Betrieb wird sich seine Lieferketten neu strukturieren und andere Zulieferer außerhalb Großbritanniens suchen.

Das Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich (VK) wird als Erfolg gefeiert. Fest steht dennoch schon jetzt, dass die Zusammenarbeit komplizierter wird, nachdem Großbritannien nicht mehr Teil des EU-Binnenmarkts und der Zollunion ist. Dies gilt für den Schreiner, der in Großbritannien Aufträge erhält, ebenso wie für den Handwerker, der in Deutschland britische Staatsbürger beschäftigt aber auch für deutsche Handwerksbetriebe, die Waren nach Großbritannien liefern oder deren Zulieferer in Großbritannien sitzen. Ob und wie deutsche Handwerksqualifikationen in Großbritannien anerkannt werden, ist noch völlig ungeklärt. Mancher deutsche Betrieb wird sich seine Lieferketten voraussichtlich neu strukturieren und sich andere Zulieferer oder auch Kunden außerhalb des Vereinigten Königreichs suchen müssen.

Das müssen Handwerkbetriebe jetzt beim Handel mit VK beachten:
•    Im Warenverkehr sind Zollbestimmungen und Zollformalitäten zu beachten.
•    Eine europäische EORI-Nummer ist für Im- und Exporte verpflichtend.
•    Konformitätsbewertungen und Zertifizierungen, die von Prüfstellen aus dem Vereinigten Königreich ausgestellt werden, sind innerhalb der EU nicht mehr gültig.
•    EU-Verkehrsunternehmer im Besitz einer gültigen EU-Gemeinschaftslizenz dürfen weiterhin Beförderungen nach und von dem VK vornehmen.
•    Beim Handel mit Dienstleistungen fallen die Niederlassungsfreiheit und der freie Dienstleistungsverkehr weg.
•    Bei der Datenübermittlung sind besondere Vorschriften und Garantien notwendig.
•    Im VK gegründete und nicht umgewandelte Kapitalgesellschaften mit Sitz in Deutschland unterliegen unbeschränkter persönlicher Haftung.
•    Die grenzüberschreitende Anerkennung und Vollstreckung von Urteilen finden keine Anwendung mehr.

Quelle: www.handwerk-magazin.de vom 15. Februar 2021

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