Sonderumfrage „Betriebsstandorte im Handwerk"

Ergebnisse einer Umfrage unter Handwerksbetrieben im ersten Quartal 2019

Lage und Rahmenbedingungen des betrieblichen Standorts sind für Handwerksbetriebe ein zentraler wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Entscheidet der Standort doch bspw. über die Nähe zu potenziellen Kunden und Geschäftspartnern, die Anbindung an das Straßennetz oder die Verfügbarkeit schneller Internetverbindungen. Insbesondere in den Ballungsräumen wird das Flächenangebot zudem knapper - auch aufgrund konkurrierender Nutzungen. Die Folgen können eine Verdrängung der Betriebe an die Stadtränder oder Einschränkungen bei der Erweiterung des Geschäftsbetriebs aufgrund fehlender zusätzlicher Gewerbeflächen am Standort sein. In den ländlichen Räumen erschwert hingegen häufig die mangelnde infrastrukturelle Erschließung die Weiterentwicklung des Geschäftsbetriebs. Um die Betroffenheit der Handwerksbetriebe von diesen Entwicklungen bewerten zu können, hat der ZDH im Zuge der Konjunkturberichterstattung für das erste Quartal 2019 gemeinsam mit 26 Handwerkskammern (21 in West- und 5 in Ostdeutschland) eine Umfrage zum Thema "Betriebsstandorte im Handwerk" durchgeführt. Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass attraktive Gewerbeflächen insbesondere in den Ballungsgebieten knapper werden. Zudem gibt es Verdrängungstendenzen durch andere Gewerbetreibende oder Wohnbebauung und es fehlt an Erweiterungsmöglichkeiten um zu wachsen:

  • Ein Handwerksbetrieb hat durchschnittlich 1,2 betriebliche Standorte.
  • Die Mehrheit der Handwerksbetriebe ist in ländlichen Räumen ansässig.
  • Innerhalb ihrer Gemeinde sind die Betriebe vor allem in Gebieten mit einer gemischten Nutzung (Wohnen und Gewerbe) bzw. in Gebieten, die durch Ein-/Zweifamilien- oder Reihenhäuser geprägt sind, angesiedelt. Standorte in klassischen Gewerbegebieten kommen erst an dritter Stelle der Häufigkeit.
  • Bei der Auswahl des aktuellen Betriebsstandorts waren die Anbindung an das Straßennetz, die Nähe zu Laufkundschaft und das Stellplatzangebot die entscheidenden Faktoren.
  • Etwa 4 Prozent der Betriebe haben innerhalb der letzten 5 Jahre eine Standortverlagerung vorgenommen, in den Ballungsgebieten waren es in etwa doppelt so viele, was auf eine stärkere Verdrängungsdynamik hinweist.
  • Etwas mehr als jeder zweite Handwerksbetrieb hat die von ihm genutzte Immobilie gemietet oder gepachtet.
  • Durchschnittlich nutzen die Betriebe an einem Standort eine Fläche von 861 m², in den Innenstädten fällt die Standortgröße deutlich kleiner aus.
  • 8 Prozent der Betriebe planen in den kommenden beiden Jahren einen Standortwechsel. In den Innenstädten liegt dieser Anteil bei 17 Prozent. Hauptgrund für die Standortverlagerung sind fehlende Erweiterungsmöglichkeiten am aktuellen Standort.

Betriebsstandorte im Handwerk - Ergebnisse der Umfrage zum Download

Betriebsstandorte im Handwerk
(PDF)
Ergebnisse einer Umfrage unter Handwerksbetrieben im ersten Quartal 2019