60er Jahre: Wirtschaftsboom, soziale Leistungen, Handwerksnovelle

Ein Lackierer arbeitet mit einer Spritzpistole.
Lackierer bei der Arbeit mit einer Spritzpistole.
Foto: Deutsche Fotothek / Richard jun. Peter

Der anhaltende Wirtschaftsboom zu Beginn der sechziger Jahre macht den Ausbau sozialer Leistungen möglich: Sozialhilfe, Jugendarbeitsschutzgesetz, 40-Stunden-Woche. Vom technologischen Fortschritt profitieren vor allem die Metall-, Elektro- und Gesundheitshandwerke. Die Modernität spiegelt sich auch im gesamten Handwerk wider. 1965 kommt es auf Initiative des ZDH zu einer Handwerksnovelle. Ziel ist, dass Handwerkerinnen und Handwerker schnell auf neue Entwicklungen reagieren können. Sie sollen ihren Betrieb unkompliziert auf verwandte Gewerke ausweiten können. Neben den Vollhandwerken werden 40 handwerksähnliche Gewerke in die HwO aufgenommen, darunter Gerüstbauer und Speiseeishersteller. Um sie selbstständig ausüben zu können, ist keine Meisterprüfung nötig.

Der ZDH bezieht in der Bonner Johanniterstraße das neue Haus des Deutschen Handwerks. Ab 1966 steht der ZDH-Präsident nach einem Beschluss der Vollversammlung auch an der Spitze des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT) und der Bundesvereinigung der Fachverbände des Deutschen Handwerks (BFH). Das Handwerk spricht nun mit einer Stimme.

1966 setzt die Nachkriegsrezession ein, die Bundesregierung, Gewerkschaften, Bundesbank und Unternehmerverbände wie der ZDH in der "Konzertierten Aktion" überwinden. Ab 1969 regelt das Berufsbildungsgesetz branchenunabhängig die Berufsausbildung und Weiterbildung. Das Handwerk setzt für sich Ausnahmen durch: Die Prüfungsordnung und -abnahme in Ausbildungsberufen der Vollhandwerke bleibt in der Hand der Handwerkskammern.

Rückblick in Bildern: 60er Jahre

Zwei Küfer bauen Bierfässer zusammen.
Münchner Küfer bauen Bierfässer.
Foto: SLUB / Deutsche Fotothek / GERMIN
Ein Modellbauer arbeitet an Modellen.
Modellbauer beim Herstellen von Gießmodellen.
Foto: Deutsche Fotothek / Ernst Schäfer
Seitliche Frontalansicht eines Gebäudes aus den 60er Jahren.
Das neue "Haus des Deutschen Handwerks" in der Johanniterstraße in Bonn.
Foto: ZDH

70 Jahre ZDH

1949-2019 – der ZDH wird 70. Ein historischer Rückblick auf acht Jahrzehnte.

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