17.06.2020

Nachfolge ist weiblich! Aktionstag Unternehmensnachfolge von Frauen

Foto: AdobeStock/igor

Am 21. Juni 2020 findet bundesweit der "Nationale Aktionstag zur Unternehmensnachfolge durch Frauen" statt. Auch Handwerksorganisationen beteiligen sich, um auf die Chancen als Unternehmerin im Handwerk aufmerksam zu machen. Rund um den Aktionstag finden spezielle Beratungen statt, bei denen sich potenzielle weibliche Nachfolgerinnen, aber auch interessierte Betriebsinhaber*innen vor Ort austauschen. Zahlreiche Veranstaltungen werden in digitalen Formaten angeboten und stehen Interessierten bundesweit offen.

Die Handwerkskammer Cottbus beteiligt sich beispielsweise mit einem Webinar am Aktionstag. Bauunternehmerin Karina Vigelahn und ihre Tochter Josephine aus Königs Wusterhausen geben Einblicke in die Herausforderungen und Vorbereitungen einer erfolgreichen Nachfolge.

Der Aktionstag will mehr Frauen Mut machen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen oder einen Betrieb zu übernehmen. Das ist notwendig, denn Chefinnen werden händeringend gesucht. Gerade im Handwerk. Aktuell werden 27 Prozent aller Handwerksbetriebe von Frauen geführt. Bei 68 Prozent der Betriebe im personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe und 32 Prozent im Gesundheitsgewerbe haben Frauen das Sagen. Chefinnen im gewerblich-technischen Bereich bleiben weiter eine Besonderheit. Der ZDH präsentiert aktuelle Zahlen und Fakten zum Anteil von Frauen im Handwerk.

Die Chancen für Frauen im Handwerk sind in allen Bereichen ausgezeichnet, betont ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke im Vorfeld des Aktionstages. Frauen bringen heute höchste Qualifikationen im Handwerk mit und in den nächsten Jahren werden mehr als 200.000 Betriebe Nachfolger*innen suchen. „Wir wollen Frauen ermutigen und ihnen aufzeigen, dass sie überall im Handwerk erfolgreich sein können“, sagt Schwannecke. Gerade jenseits der traditionellen Muster sieht er zukunftsträchtige Perspektiven. Die Förderung des weiblichen Nachwuchses müsse daher früh ansetzen, die Berufswahl jenseits von Klischees unterstützen und das Berufsbild der Unternehmerin vermitteln. Wichtig seien auch spezielle Angebote, die Frauen in ihrem Aufstiegsverhalten stärken und gezielt auf ihre Rolle als Führungskraft oder Unternehmerin vorbereiten, um gut qualifizierte Frauen an das Handwerk zu binden. Eine Karriere als Unternehmerin lohne sich. „Die Zukunft des Handwerks ist digital, nachhaltig und chancengleich“, ist sich Schwannecke sicher.

Die ZDH-Themenseite "Frauen im Handwerk" bietet weitere Informationen. Über erfolgreiche Frauen und Beispiele aus der Praxis berichtet aktuell auch die Badische Neueste Nachrichten