23.06.2020

Nationaler Bildungsbericht 2020 bestätigt Herausforderungen bei der Digitalisierung

Portraitfoto von Hans Peter Wollseifer vor blauer Handwerksleinwand
Foto: ZDH/Boris Trenkel

Anlässlich des am Dienstag, 23. Juni 2020, veröffentlichten Nationalen Bildungsberichtes „Bildung in Deutschland 2020“ erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):

„Der Nationale Bildungsbericht 2020 bestätigt in seinem thematischen Schwerpunkt den bestehenden dringenden Handlungsbedarf im Bereich „Bildung in einer digitalisierten Welt“. Bildungseinrichtungen in allen Bildungsbereichen stehen hier weiter vor großen Herausforderungen. Bemängelt wird insbesondere die unzureichende technische Ausstattung sowie der Qualifizierungsbedarf der pädagogischen Fachkräfte.

Dies gilt auch im Bereich der beruflichen Bildung, wo die Berufsschulen jede Unterstützung benötigen, damit sie den Prozess der Digitalisierung, der in den Betrieben längst stattfindet, auch bei der Vermittlung der theoretischen Ausbildungsinhalte abdecken können. Die Bildungsstätten des Handwerks sind hier mit der digitalen Ausstattung bereits auf einem guten Weg, müssen jedoch besonders bei der Qualifizierung der Ausbilder ebenfalls dringend unterstützt werden.

Darüber hinaus benennt der Bericht zu Recht die aktuellen Passungsprobleme auf dem Ausbildungsstellenmarkt, die sich besonders im Krisenjahr 2020 bestätigen, da viele Formate der Berufsorientierung und des Kontakts zwischen Betrieben und jungen Menschen aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht durchgeführt werden konnten. Alle Akteure auf dem Ausbildungsmarkt sind jetzt aufgerufen, sich um das Matching zwischen Ausbildungsbetrieben und Jugendlichen, die an einer Ausbildung interessiert sind, zu kümmern. Wir müssen die verbleibenden Schulwochen und den Anfang der Sommerferien unbedingt nutzen, um in einem Mix aus Präsenzterminen in Kleingruppen und virtuellen Angeboten den Kontakt zügig wieder zu ermöglichen. Dabei hoffen wir auch auf die Unterstützung der Schulen und der Lehrerschaft. In der Krisenzeit hat sich zudem auch auf dem Ausbildungsmarkt Digitalisierungsdruck aufgebaut. Da, wo ein analoges persönliches Kennenlernen bei Ausbildungsmessen, Praktika, Tagen der offenen Tür nicht möglich ist, muss man verstärkt digitale Wege gehen.

Das Handwerk setzt auch weiterhin auf Fachkräftesicherung durch eigene Ausbildung. Wir müssen jetzt alles dafür tun, damit es nicht zu corona-bedingten Verwerfungen am Ausbildungsmarkt kommt. Wir müssen die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe stärken und junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk gewinnen. Das Handwerk steht bereit, gemeinsam mit Bund und Ländern durch kluge Maßnahmen zu versuchen, die in den vergangenen Monaten entstandene Verunsicherung bei den Betrieben und Jugendlichen zu minimieren, das Matching zu fördern und so den Ausbildungsmarkt zu stabilisieren.“

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