30.11.2020

EU-Bildungsminister nehmen Osnabrück-Erklärung an / „Arbeitsmarktnahe Ausbildung ist Schlüssel zu nachhaltiger Beschäftigung“

Am 30. November 2020 nehmen die für Berufsbildung zuständigen EU-Minister die sogenannte Osnabrück-Erklärung an. Dazu erklärt ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer:

„Die Annahme der Osnabrück-Erklärung durch die EU-Bildungsminister ist ein bildungspolitischer Meilenstein für Europa. Mit dieser Erklärung zieht Europa die richtigen Lehren aus der Corona-Krise: Lebenslanges Lernen muss eine Selbstverständlichkeit werden und digitale Hilfsmittel können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Die Erklärung nennt richtigerweise zwei Ziele, die in der beruflichen Bildung anzustreben sind: Es muss erstens darum gehen, die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft durch eine innovative und flexible Berufsbildung zu steigern, und zweitens eine Kultur des lebenslangen Lernens zu etablieren.

Gerade die Höhere Berufsbildung befähigt Menschen dazu, sich für Fach- und Führungskarrieren zu qualifizieren und bereitet damit bestens auf die berufliche Selbstständigkeit vor. Deshalb ist es aus Sicht des Handwerks positiv zu bewerten, dass die Erklärung von Osnabrück den Mitgliedsstaaten empfiehlt, auf den Niveaus 5 bis 8 des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) verstärkt auch berufliche Qualifikationen zu entwickeln. Dies ist eine klare Botschaft zur Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Die Höhere Berufsbildung gilt es daher weiter auszubauen und vergleichbar zum Bologna-Prozess europaweit einzuführen.

Einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung leistet auch das Anfang 2020 modernisierte Berufsbildungsgesetz. Dieses sieht vor, dass Abschlüsse der Höheren Bildung den Stufen Berufsspezialist, Bachelor Professional und Master Professional zugeordnet werden können. Der Meister als wichtigste Qualifikation des Handwerks ist nunmehr der Stufe Bachelor Professional zugeordnet.

Duale Ausbildung und Höhere Berufsbildung sind der Schlüssel zu nachhaltiger Beschäftigung, das zeigt vor allem auch die in Deutschland vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote in der Corona-Pandemie. Unternehmen trennen sich auch in Zeiten der Krise nicht von ihren Beschäftigten, weil sie wissen, dass sie ihre gut ausgebildeten Fachkräfte brauchen werden, wenn die Krise überwunden ist und es wieder aufwärts geht.

Dass die Osnabrück-Erklärung auch durch die europäischen Sozialpartner angenommen worden ist, ist ein starkes Signal für die europaweite Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung.“

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