25.10.2019

Den Meisterbrief stärken heißt, das Handwerk zukunftsfit machen!

Anlässlich der ersten Lesung des Gesetzentwurfes zur Wiedereinführung der Meisterpflicht für zwölf Handwerke erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):

„Wir freuen uns und werten es als starkes Signal für Qualität und Qualifizierung im Handwerk, dass der Gesetzentwurf zur Wiedereinführung der Meisterpflicht mit der heutigen ersten Lesung auf den parlamentarischen Weg gebracht ist. Das zeigt: Die Koalition meint es ernst mit dem „Ja zum Meister!“ Die Stärkung des Meisters ist ein entscheidender Beitrag, um die Zukunft eines qualitativ hochwertigen, ausbildungs- und betriebsnachhaltigen Handwerks sicherzustellen. Denn der Meisterbrief schafft die Grundlage für ein nachhaltiges Unternehmertum, ist ein Garant für hohe Produktqualität und für eine gute Ausbildungsleistung. Er dient der Vorsorge im Bereich der gefahrengeneigten Tätigkeiten und damit in einem hohen Maße dem Verbraucherschutz. Den Meisterbrief stärken heißt, das Handwerk zukunftsfit machen.

Wenn es um die Zukunftsfähigkeit unseres Landes geht, dann führt kein Weg am Handwerk vorbei: Energiewende und Klimaschutz, Elektromobilität oder SmartHome, Wohnungs- und Infrastrukturausbau: All das braucht Menschen, die ihr Handwerk verstehen. Umso wichtiger ist es, dass meisterhaftes Können und Fachwissen auch in der Zukunft vorhanden und an nachfolgende Generationen weitergegeben wird.

Es ist anerkennenswert, dass sich die Politik jetzt aufmacht, erkennbare Fehlentwicklungen vergangener Entscheidungen zu korrigieren und richtige Schritte zu gehen, um diesen Entwicklungen entgegenzutreten. Seit der Novelle 2004 machten in einigen Gewerken deutlich weniger Menschen ihren Meister und die Ausbildungsleistung ging in einigen Gewerken deutlich zurück, wodurch sich die Fachkräfteproblematik über die Jahre verschärft hat. Fehlende Qualifikation führte nicht selten zu schlechterer Qualität. Zudem gab es nachweislich schneller vom Markt verschwindende Betriebe und infolge dessen einen geringeren Gewährleistungs- und Verbraucherschutz.

Der Meisterbrief war und ist der Garant, um das Ausbildungs- und Qualifizierungssystem und damit auch Fachkräfte im Handwerk für die Zukunft zu gewährleisten. Die Wiedereinführung des Meisterbriefes ist auch ein klares Bekenntnis zur Wertigkeit von beruflicher Ausbildung und unseres weltweit geachteten dualen Ausbildungssystems. Denn es hat sich in den vergangenen Jahren erwiesen, dass eben nicht jeder von heute auf morgen ein Handwerk ausüben kann, sondern dass es dazu einer qualitativ hochwertigen Ausbildung bedarf. Der Meisterbrief stärkt den Wettbewerb – und zwar den Wettbewerb der Könner! Der Meisterbrief bringt Kunden Verbraucher- und Gewährleistungsschutz. Der Meisterbrief sichert über die Ausbildung junger Menschen die berufliche Qualifizierung und damit die Fortschreibung von Qualität in die Zukunft. Der Meisterbrief stellt sicher, dass der Wissenstransfer von einer zur nächsten Generation nicht abreißt, was besonders unter dem Aspekt des Kulturgüterschutzes unerlässlich ist.

Wir brauchen also die Meisterqualifikation weiter als Ausweis für handwerkliches Können und als Qualitätsgarant sowie für den Verbraucher- und Kulturgüterschutz. Wir brauchen außerdem neue Generationen von Meistern, die ausbilden, und die damit sicherstellen, dass es auch in Zukunft noch Fachkräfte mit fundiertem handwerklichen Know-How gibt. Der Meister ist gesamtgesellschaftlicher Nutzen und volkswirtschaftlicher Standortvorteil in einem.“

Die Debatte zur Änderung der Handwerksordnung im Deutschen Bundestag können Sie etwa ab 13.20 Uhr verfolgen unter: https://www.bundestag.de

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