JA zum Meister – die Zukunft im Handwerk ist meisterlich

 

Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Gewerken – ein starkes mittelstandspolitisches Signal zur richtigen Zeit

Der Gesetzgeber hat durch das im Februar 2020 in Kraft getretene 4. Gesetz zur Änderung der Handwerksordnung und anderer handwerksrechtlicher Vorschriften (BGBl. I, 142) insgesamt zwölf zulassungsfreie Handwerke wieder in den zulassungspflichtigen Handwerksbereich integriert. Dies betrifft folgende Gewerke:

  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
  • Betonstein- und Terrazzohersteller
  • Estrichleger
  • Behälter- und Apparatebauer
  • Parkettleger
  • Rollladen- und Sonnenschutztechniker
  • Drechsler (Elfenbeinschnitzer) und Holzspielzeugmacher
  • Böttcher
  • Glasveredler
  • Schilder- und Lichtreklamehersteller
  • Raumausstatter
  • Orgel- und Harmoniumbauer


Durch diese Rückführung von Handwerken in den zulassungspflichtigen Bereich wurden Fehlentwicklungen aus dem Jahr 2004 korrigiert. Die damalige Abschaffung der Meisterpflicht für 53 Handwerksberufe hatte spürbare Folgen in diesen Gewerken hinterlassen. Es entstand eine Dequalifizierungsspirale – durch die Abnahme der Zahl an Meistern wurde die Weitergabe von Wissen und qualifizierter Ausbildung erschwert und weniger Auszubildende führten zu einem Absinken der Fachkräfte. Diese Entwicklung hatte eine abnehmende Bestandsfestigkeit der Handwerksbetriebe zur Folge; auch mehrten sich Klagen über Qualitätseinbußen bei den Handwerksleistungen.

Nach wie vor dient die Zulassungspflichtigkeit bestimmter Handwerksberufe der präventiven Gefahrenabwehr sowie der Sicherung der Ausbildungsleistung und Nachwuchsförderung im gesamtwirtschaftlichen Interesse. Die präventive Gefahrenabwehr zielt dabei vorrangig auf den Schutz überragend wichtiger Gemeinschaftsgüter wie der Gesundheit und des Lebens Dritter und sichert zugleich den Erhalt eines hohen Qualitätsstandards beim Verbraucherschutz. Durch die im Handwerk geleistete berufliche Bildung erfolgt eine Aneignung und Weitergabe von Wissen und Kompetenzen mit gesellschaftsübergreifendem Nutzen, so bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses und der Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt. Zudem wurde bei der Rückführung von Gewerken in den zulassungspflichtigen Bereich berücksichtigt, dass viele Handwerke auch im Bereich der Restaurierung und Reparatur von Kulturgütern tätig sind.

Im internationalen Kontext gilt: Der Meisterbrief und das bewährte System der dualen Ausbildung in Deutschland sind Vorbild in Europa. Wirtschaftsstärke, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit basieren auf der fachlichen Qualifikation von Betriebsinhabern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die duale Ausbildung bietet die Grundlage für berufsspezifische Fortbildungen und erweist sich als Garant gegen Jugendarbeitslosigkeit. Insbesondere das System zulassungspflichtiger Handwerksberufe steht für nachhaltiges und erfolgreiches Unternehmertum und gelebten Verbraucherschutz.

Der Weg zur Rückvermeisterung

„Ja zum Meister“

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Starkes Zeichen für mehr Qualität und Qualifizierung im Handwerk: Der Bundesrat macht den Weg frei für die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf zulassungsfreien Handwerken.
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Bundestagsbeschluss zum Meisterbrief sendet richtiges Zukunftssignal

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Anlässlich der zweiten und dritten Lesung und des Beschlusses des Gesetzentwurfes zur Wiedereinführung der Meisterpflicht im Deutschen Bundestag erklärt ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer:
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Den Meisterbrief stärken heißt, das Handwerk zukunftsfit machen!

[25.10.2019]

Anlässlich der ersten Lesung des Gesetzentwurfes zur Wiedereinführung der Meisterpflicht für zwölf Handwerke erklärt ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer:
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ZDH-Präsident Wollseifer zur Wiedereinführung der Meisterpflicht

[09.10.2019]

Der am 9. Oktober im Bundeskabinett verabschiedete Gesetzentwurf ist der richtige Akzent für Qualität und Qualifizierung im Handwerk.
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ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer: Starkes Signal der Koalition für Qualität und Qualifikation im Handwerk

[09.09.2019]

Zur Ankündigung der Koalitionsfraktionen, in einigen Handwerksberufen die Meisterpflicht wieder einführen zu wollen, erklärt ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer:
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Handwerk zukunftsfest machen und Meisterbrieferfordernis ausweiten

[26.06.2019]

Zur Anhörung im Ausschuss für Wirtschaft und Energie zum Thema „Meisterpflicht“ am 26. Juni 2019 erklärt der Generalsekretär des Zentralverbands des deutschen Handwerks, Holger Schwannecke:
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Flyer "JA zum Meister"

Der ZDH-Flyer „JA zum Meister“ fasst die Vorzüge des Meisterbrieferfordernisses zusammen und zeigt auf, warum nicht nur der Kreis der zulassungspflichtigen Gewerke erweitert sondern auch insgesamt das System der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Handwerk gestärkt werden muss.

 

 

Meisterbrief: Wir erklären das Erfolgsmodell

Das deutsche Handwerk verfügt über ein Instrument für mehr Ausbildung, geringe Jugendarbeitslosigkeit und höhere Wettbewerbsfähigkeit: den Meisterbrief. Er ist Vorbild für Europa. Deutschland hat die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union. Grund dafür ist die qualifizierte Ausbildung der Jugendlichen im dualen System. Wenn von den mehr als 365.00 Auszubildenden 95 Prozent im zulassungspflichtigen Handwerk ausgebildet werden, spricht das für sich.

Der Flyer "Erfolgsfaktor Berufsqualifikation im Handwerk" präsentiert zehn Fakten zu meisterpflichtigen Handwerksberufen.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Stefan Stork
Referatsleiter
Tel: +49 30 20619-354
Fax: +49 30 20619-59354
dr.stork(at)zdh.de

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