30.06.2020

Polen und Tschechien: Unterschiedliche Auswirkungen der Pandemie auf den Wohnungsbau

Detail of Modern residential apartment flat building exterior
Foto:AdobeStock/Roman Babakin

Trotz Corona-Krise zeigt der Wohnungsbau in Polen einen moderaten Wachstumstrend. Mitte März brachen die Wohnungsverkäufe zwar ein und der bis dahin merkliche Preisanstieg stoppte. Die schwache Nachfrage ist nicht nur auf die Ausgangsbeschränkungen zurückzuführen, sondern auch auf die allgemeine Unsicherheit der Verbraucher hinsichtlich ihrer künftigen wirtschaftlichen Situation und der des Landes. Begonnene Wohnungsbauprojekte sollen aber von den Bauentwicklungsfirmen zu Ende geführt und termingerecht übergeben werden. Vorhaben im Premium-Segment werden vorerst ausgesetzt und dafür zunächst eher Bauprojekte angegangen, die erschwinglich sind für breite Schichten oder auch Preissenkungen standhalten können.

Die Bautätigkeit konnte während der Krise aufrechterhalten werden, da sich ein Großteil der Formalitäten bei den Baubehörden elektronisch erledigen lässt. Anträge auf Baugenehmigungen können über die elektronische Plattform für Dienstleistungen der Öffentlichen Verwaltung (ePUAP) gestellt werden. Deutsche Anbieter von moderner Gebäudetechnik, energiesparenden Lösungen oder umweltfreundlichen Materialien haben gute Zulieferchancen.

In Tschechien hingegen macht sich die Pandemie sehr massiv beim Verkauf von Häusern und Wohnungen bemerkbar. Allein im März ist die Zahl der Hypotheken um fast ein Viertel gesunken; in den kommenden Monaten könnte sie sogar bis zur Hälfte schrumpfen. Grund dafür ist nicht nur die Quarantäne, sondern insbesondere die bevorstehende heftige Abkühlung der Wirtschaft, eine wachsende Arbeitslosigkeit sowie sinkende Löhne.

Quelle: Ostwirtschaftsreport Nr. 20 vom 19. Mai 2020