27.08.2020

Niederlande: Corona beendet jahrelange Exportüberschüsse im Handel mit Deutschland

Die strikten Maßnahmen der niederländischen Regierung zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben die Industrieproduktion im April um rd. 13 % und im Juni um gut 2 % geringer ausfallen lassen als im Vorjahr. Im Mai hat die EU prognostiziert, dass der niederländische Ex- und Import von Waren und Dienstleistungen im Gesamtjahr preisbereinigt um rund 11 % schrumpft. Für 2021 erwartet die Kommission wieder steigende Ein- und Ausfuhren, jedoch noch nicht wieder auf Vorkrisenniveau.

Bis zu den Einbrüchen im Frühjahr verzeichneten die Niederlande einen jahrelangen starken Handelsaufschwung. Zwischen dem letzten Krisenjahr 2009 und 2019 haben sich die niederländische Warenein- und -ausfuhr jeweils um mehr als zwei Drittel ausgeweitet. Der dabei generierte Exportüberschuss hat sich im letzten Jahrzehnt um 60 % erhöht. Bei den Waren, die die Niederlande ausschließlich für den Gebrauch im eigenen Land einführen, war Deutschland 2018 mit Einfuhren im Wert von 44,6 Mrd. EUR der bei weitem wichtigste Lieferant. Das entspricht einem Importanteil von fast 18 %. Im selben Zeitraum führten die Niederlande eigene Waren im Wert von rund 53 Mrd. EUR nach Deutschland aus. Damit ist Deutschland mit einem Exportanteil von fast 20 % der mit Abstand wichtigste Auslandsmarkt.

Quellen: Nachrichten für Außenhandel Nr. 131 vom 10. Juli 2020; Webseite der DNK