Brexit

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Am 23. Juni 2016 hat eine knappe Mehrheit der britischen Bürger für den Brexit gestimmt, den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

Über diese Entscheidung stürzte Premierminister David Cameron, der sich für einen EU-Verbleib stark gemacht hatte. Am 29. März 2017 löste seine Nachfolgerin Theresa May Artikel 50 des Vertrags über die Europäische Union aus und aktivierte so das offizielle Austrittsverfahren.

Für die Austrittsverhandlungen sind zwei Jahre vorgesehen. Können sich beide Seiten nicht bis zum 29. März 2019 auf ein Freihandelsabkommen (etwa nach dem Vorbild des CETA-Abkommens der EU mit Kanada) einigen, gelten ab dem 30. März 2019 die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO).

Zur Frage der Betroffenheit durch einen solchen harten Brexit sollten sich Handwerksunternehmen folgende Fragen stellen:

Liefern Sie Waren oder Dienstleistungen direkt nach Großbritannien?

Es könnten Zölle anfallen. Die Höhe hängt vom jeweiligen Produkt ab. Für bestimmte Dienstleistungen könnte der Zugang nicht mehr möglich sein. Großbritannien wäre bei einem Austritt nicht mehr Teil des gemeinsamen EU-Mehrwertsteuersystems. Dies würde zu höheren Kosten und mehr Bürokratie führen. 

Sitzt einer Ihrer Zulieferer in Großbritannien?

Prüfen Sie, ob Sie sich einen neuen Zulieferer im EU-Binnenmarkt suchen müssen. 

Liefert einer Ihrer Kunden nach Großbritannien?

Mittelfristig könnte es zu einer Abweichung von Standards kommen. Sollte eine Dokumentation, z.B. zur Rückverfolgung bestimmter Rohstoffe wie Zinn, Gold, Kobalt oder Diamant anfallen, könnte diese künftig in Großbritannien von jener in der EU üblichen abweichen. 

Ist die Gesellschaftsform Ihres Unternehmens britisch (z.B. Ltd.)?

Britische Unternehmensformen werden bei einem Austritt WTO-Regeln in Deutschland nicht mehr anerkannt. Daher sollte geprüft werden, ob eine Umwandlung nötig sein könnte.

Haben Sie Daten auf einem Server, der in Großbritannien steht? 

Da Großbritannien nach einem harten Brexit weder zum Binnenmarkt noch zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört und auch kein zusätzliches Abkommen mit der EU abgeschlossen hat, wäre es nicht mehr möglich, persönliche Daten in Großbritannien zu verwalten. Daten sollten Sie daher auf einen Server innerhalb der EU verschieben.

Zum Wortlaut von Artikel 50 über den Austritt aus der Europäischen Union.

Zu den Vorbereitungs-Dokumenten der EU-Kommission zum Brexit.