Gute Schul- und Ausbildung ist wirtschaftlicher Erfolgsfaktor
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Wenn Arbeitgeber, Gewerkschaften und Forschung gemeinsam über Bildung sprechen, dann rücken sie die Erkenntnis in den Mittelpunkt, dass eine gute Bildung und Ausbildung nicht nur eine Frage individueller Chancen, sondern ein wesentlicher Faktor für Wachstum, Wertschöpfung und die Sicherung von Fachkräften in Deutschland ist. Wirtschaftliche Entwicklung und Wachstum beginnen in der Schule und setzen sich in der beruflichen Bildung fort. Lesen, Schreiben und Rechnen sind die Grundlage für eine erfolgreiche Ausbildung. Berufliches Können kann daraus jedoch erst dann entstehen, wenn Ausbildungsbetriebe, moderne Bildungsstätten und eine leistungsfähige überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) zusammenspielen.
Gerade für die vielen kleinen und mittleren Betriebe im Handwerk ist die ÜLU unverzichtbar. Sie vermittelt Ausbildungsinhalte und Fertigkeiten, die einzelne Betriebe allein nicht abdecken können. Dafür braucht es eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung. Auch die Bildungsstätten müssen mit der technischen Entwicklung Schritt halten. Wer Fachkräfte für eine sich wandelnde Wirtschaft ausbilden will, kann die dafür notwendige Infrastruktur nicht dauerhaft auf Verschleiß fahren.
Berufliche Bildung darf deshalb nicht länger stiefmütterlich behandelt werden. Sie muss als wesentlicher Teil der Bildungs- und vor allem auch der Wirtschaftspolitik verstanden und entsprechend ausgestattet werden. Dazu gehört dann auch, erfolgreiche Instrumente zu sichern, statt sie zur Disposition zu stellen oder gar abzuschaffen. Beispiel: Die Passgenaue Besetzung unterstützt Jugendliche und Ausbildungsbetriebe dabei, zueinanderzufinden, und trägt dazu bei, Ausbildungsplätze zu besetzen. Wie kann es sein, dass ein solches Projekt, das sich bewährt hat und tausenden junger Menschen ebenso wie Betrieben bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz geholfen hat, nun gestrichen werden soll?
Wenn Bildung ein Wachstumsfaktor ist, muss auch dort investiert werden, wo aus schulischen Grundlagen berufliche Qualifikation und aus Qualifikation Fachkräfte werden. Das Handwerk bildet aus, qualifiziert und eröffnet berufliche Perspektiven. Dafür braucht es eine durchgängige Bildungskette, die von guten Schulen und früher Berufsorientierung über die Ausbildungsbetriebe bis hin zu einer leistungsfähigen und ausreichend finanzierten beruflichen Bildung reicht.