Zentralverband des
Deutschen Handwerks
08.09.2026

Grundkompetenzen entscheiden über Start ins Berufsleben

Anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie am 8. September 2026 erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):
Holger Schwannecke

Die vorgelegten Ergebnisse bestätigen, was die Ausbildungsbetriebe des Handwerks seit Jahren erleben: Zu viele junge Menschen verlassen die Schule ohne die Grundkompetenzen, die für eine gelingende Ausbildung nötig sind. Das gefährdet den erfolgreichen Verlauf der betrieblichen Ausbildung und damit den Start ins Berufsleben. Die Studie zeigt, wie es um die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler beim Lesen, Rechnen und in den Naturwissenschaften steht. Genau diese Fähigkeiten brauchen Auszubildende, um im Handwerk Fuß zu fassen. Wo sie fehlen, stockt der Lernprozess von Beginn an, und die Betriebe müssen aufwendig nachsteuern. Hinzu kommen Passungsprobleme: Ausbildungsbetriebe und junge Menschen finden nicht zueinander, weil die Vorstellungen vom Ausbildungsberuf nicht mit der Realität übereinstimmen oder es an Mobilität oder Wohnraum fehlt.

Das Handwerk bildet aus und übernimmt Verantwortung für die berufliche Zukunft junger Menschen. Diese Aufgabe gelingt jedoch nur, wenn die Schulbildung ein tragfähiges Fundament legt. Neben einer besseren und flächendeckenden Berufsorientierung an allen Schulformen kommt es deshalb vor allem darauf an, die Grundkompetenzen von Absolventinnen und Absolventen allgemeinbildender Schulen zu verbessern. Die Bundesländer sollten flächendeckend Diagnosesysteme in den Schulen einsetzen, um fehlende Grundkompetenzen frühzeitig erkennen und so noch vor dem Schulabschluss gegensteuern zu können.

Auch die Betriebe brauchen Unterstützung bei der Suche nach passenden Auszubildenden. Das Bundesprogramm Passgenaue Besetzung und Willkommenslotsen schafft hier eine wichtige Brücke, die regional verankert und praxisnah ist. Das vom Bundeswirtschaftsministerium angekündigte Auslaufen des Programms Ende 2027 steht jedoch im Widerspruch zu den arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre.

Daher appellieren wir an Bund und Länder, jetzt zu handeln. Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass die Einstiegsqualifizierung und die „Assistierte Ausbildung“ stärker beworben werden und die Förderung des ehrenamtlichen Mentorenprogramms VerAplus dauerhaft weiterläuft. Ebenso muss die Förderung gesichert werden, mit der Auszubildende während der Ausbildung fehlende Grundfertigkeiten im Rahmen der Alpha-Dekade nachholen können. Und statt gewachsene regionale Vermittlungsnetzwerke zu zerstören, sollte die Regierungskoalition das Programm Passgenaue Besetzung und Willkommenslotsen über das Jahr 2027 hinaus verlässlich fortführen. Wer heute in Grundkompetenzen und bewährte Unterstützungsstrukturen investiert, sichert jungen Menschen und Betrieben eine verlässliche Perspektive und trägt zu einer erfolgreichen Fachkräftesicherung bei.

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