Zentralverband des
Deutschen Handwerks
30.04.2026

Arbeitsplatzsicherung ist bester Schutz von Arbeitnehmerrechten

Anlässlich des Tages der Arbeit am 1. Mai erklärt Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):
Jörg Dittrich

"Zum Tag der Arbeit spreche ist zuallererst Wertschätzung und Dank aus für den täglichen Einsatz von Millionen Frauen und Männern, die das Land am Laufen halten. Und dann sage ich unmissverständlich: Der beste Schutz von Arbeitnehmerrechten sind SICHERE Arbeitsplätze. Ohne Beschäftigung gibt es weder Lohn noch soziale Absicherung noch Arbeitnehmerrechte. Doch manche politische Entscheidung der jüngeren Vergangenheit gefährden dieses Ziel der sicheren Arbeitsplätze. Insbesondere die vielen Familienbetriebe arbeiten und kämpfen darum, ihr Geschäft und die Kolleginnen und Kollegen durch das Tal der wirtschaftlichen Stagnation zu tragen. Immer wieder werden Saalrunden mit politischen Entscheidungen geschmissen, die andere bezahlen müssen. Egal ob die sogenannte Entlastungsprämie, die erwirtschaftet werden muss, oder versicherungsfremde Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, die nicht nur den Kolleginnen und Kollegen aufgebürdet werden können. Diese Lasten erzeugen Druck, der im Mittelstand und im Handwerk Arbeits- und Ausbildungsplätze gefährdet. 

Als Handwerkspräsident vertrete ich die Interessen sowohl von Arbeitnehmern als auch von Arbeitgebern. Der Interessenausgleich liegt vielen Meisterinnen und Meistern am Herzen. Ich halte es daher für fatal, in der aktuellen Situation weiter Gegensätze zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu befeuern, statt gemeinsam tragfähige Lösungen zur Entlastung der Betriebe zu entwickeln. Denn nur wirtschaftlich stabile Betriebe und Unternehmen können dauerhaft Beschäftigung sichern, Löhne zahlen und damit auch die Grundlage für soziale Sicherheit gewährleisten. 

Wer in dieser Phase jeden Reformvorschlag reflexhaft und kategorisch als Einschränkungen von Arbeitnehmerrechten deklariert und zurückweist, verkennt den Ernst der Lage ebenso wie die wirtschaftlichen Zusammenhänge. Arbeitnehmerrechte lassen sich nur dort verwirklichen, wo Betriebe und Unternehmen überhaupt noch in der Lage sind, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten.

Geraten die Betriebe ins Wanken, geraten zwangsläufig auch die Arbeitnehmerrechte ins Wanken. 

Daher: Lasst uns gemeinsam die Arbeitnehmerrechte schützen, indem wir auch und vor allem Arbeitsplätze sichern und unserem Land wieder zu Wachstum verhelfen."