Berufsbildung stärken, Übergang in Ausbildung unterstützen
Foto: AdobeStock/industrieblick
Der diesjährige Berufsbildungsbericht hebt zu Recht die große Bedeutung der dualen Ausbildung für die Fachkräftesicherung und den Wohlstand in unserem Land hervor. Gerade die Betriebe im Handwerk engagieren sich dafür, jungen Menschen über die duale Ausbildung attraktive Karrieremöglichkeiten anzubieten. Im dritten Jahr in Folge sind die Zahlen neuer Auszubildenden im Handwerk gestiegen, entgegen dem Trend in der Gesamtwirtschaft, wo diese zuletzt gesunken sind.
Trotz dieser positiven Entwicklung darf nicht aus dem Blick verloren gehen, dass immer noch über 16.000 Ausbildungsstellen, die Betriebe im Handwerk angeboten hatten, unbesetzt geblieben sind. Das sind zu viele Bildungs- und Karrierechancen, die ungenutzt bleiben. Und dass, obwohl die Zahlen der Bewerberinnen und Bewerber auf eine Ausbildungsstelle bei der Bundesagentur für Arbeit wieder steigen. Die Bundesregierung und die Bundesländer müssen daher dringend Maßnahmen ergreifen, um den Übergang in Ausbildung zu unterstützen und die offensichtlich vorhandenen Passungsprobleme zu beheben.
Dazu gehört, dass die Berufsorientierung auf alle Klassen der Sekundarstufe I ausgeweitet werden muss. Das Berufsorientierungsprogramm der Bundesregierung muss stärker auf die Praxis im Handwerk ausgerichtet und es müssen bundesweit Potenzialanalysen vorgehalten werden. Bund und Länder müssen die Grundkompetenzen von Ausbildungsanfängerinnen und -anfängern stärken, weil Lerndefizite junger Menschen immer häufiger die Aufnahme einer Ausbildung und den Prüfungserfolg gefährden. Es braucht daher eine verpflichtende Kompetenzdiagnostik an den Berufsschulen zum Ausbildungsbeginn, eine bedarfs- und zielgruppenorientierte Förderung in Deutsch und Mathematik vor dem Ausbildungsstart, flächendeckende Berufssprachkurse sowie eine Verlängerung erfolgreicher Unterstützungsprogramme wie der AlphaDekade.