Konjunkturwende vertagt, Risiken wachsen
Foto: ZDH/Henning Schacht
“Die Konjunktur im Handwerk tritt nicht nur auf der Stelle, sondern gerät zunehmend unter Druck. Externe Schocks legen schonungslos offen, wie verwundbar der Standort Deutschland geworden ist. Wenn selbst leichte Erholungssignale sofort wieder verpuffen, ist das kein Zufall, sondern Ergebnis ausbleibender Reformen. Die Politik verliert wertvolle Zeit. Ohne konsequenten Bürokratieabbau und spürbare Entlastungen bei Steuern und Abgaben droht eine Erosion der betrieblichen Substanz.”
“Die deutliche Eintrübung von Geschäftslage und Erwartungen ist mehr als ein Stimmungsbild, sie muss als Warnung verstanden werden. Wenn Betriebe den Glauben an eine Verbesserung verlieren, wird aus Unsicherheit Investitions- und Einstellungszurückhaltung. Diese ist nicht allein mit geopolitisch disruptiven Veränderungen und Entwicklungen zu begründen, sondern dafür ist auch eine Politik verantwortlich, die zu wenig mittelstandsorientiert ist und keine verlässlichen Perspektiven bietet. Nach dem ausgefallenen Reformherbst ist das Vertrauen in einen Reformfrühling auf einen Tiefpunkt gesunken. Was fehlt, ist ein Reform-Gesamtpaket, dass für langfristig tragfähige Bedingungen sorgt, insbesondere auch bei den Energiekosten. Alles andere verschärft die Krise weiter.”
“Sinkende Umsätze, schrumpfende Auftragspolster und fallende Auslastung zeigen, dass die Nachfrage wegbricht. Das trifft das Handwerk ins Mark und gefährdet die Stabilität der gesamten Binnenwirtschaft. Wer hier nicht gegensteuert, riskiert eine Abwärtsspirale. Es braucht dringend wachstumsfördernde Impulse durch steuerliche Entlastungen, durch geringere Sozialabgaben, durch Investitionsanreize und eine Politik, die Nachfrage nicht weiter ausbremst.”
“Der erneute Rückgang der Beschäftigung im Handwerk ist ein Alarmsignal, das nicht relativiert werden darf. Wenn in einer ohnehin angespannten Fachkräftesituation Arbeitsplätze verloren gehen, läuft etwas grundlegend falsch. Statt zusätzliche Belastungen aufzubauen, muss die Politik endlich alles daransetzen, Arbeit durch Reformen der Sozialsysteme, stärkere Arbeitsanreize, größere Flexibilität bei den Arbeitszeiten und eine konsequente Aktivierung ungenutzter Potenziale am Arbeitsmarkt attraktiver zu machen.”
“Dass Investitionen vielerorts auf das absolute Minimum zurückgefahren werden, ist ein klares Misstrauensvotum der Betriebe gegenüber den wirtschaftspolitischen Bedingungen. Steigende Energie- und Materialkosten verschärfen die Lage zusätzlich, wobei das volle Ausmaß noch gar nicht erreicht ist. Ohne verlässliche Energiepreise und eine spürbare Entlastung wird es keinen Aufschwung geben. Bleibt die Politik untätig, droht nicht nur eine konjunkturelle Delle, sondern ein nachhaltiger Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, an Betrieben und Beschäftigung.”
