Zentralverband des
Deutschen Handwerks
24.02.2026

Slowenien: Neuer Mindestlohn bei 1000 Euro netto

Die Mindestlohnerhöhung bringt Vorteile für andere EU-Länder.
Bäuerin stapelt Kisten mit Kartoffeln auf einem Bauernfeld.

Slowenien hat den Mindestlohn ab 2026 auf 1.000 Euro netto (brutto ca. 1.482 Euro) angehoben, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen.

Höhere Nettolöhne verbessern die Kaufkraft von ca. 10 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, belasten aber die Unternehmen, da die Lohnkosten spürbar steigen. Gewerkschaften kündigen bereits jetzt neue Verhandlungen an und warnen, dass Inflation und steigende Lebenshaltungskosten weitere Lohnanpassungen notwendig machen werden.

Vor allem kleine Firmen melden Bedenken vor Preiserhöhungen, Stellenabbau oder Automatisierung, da die Margen in Branchen wie Handel, Gastgewerbe oder Fertigung niedrig sind.

Folgen für den EU-Raum 

Die Mindestlohnerhöhung in Slowenien auf 1.000 Euro netto bringt für andere EU-Länder gleich mehrere Vorteile:

  • Sloweniens Mindestlohn liegt nun EU-weit auf Platz 7. Dies mindert die Lohn-Dumping-Risiken aus der Region, da die Mindestlohn-Erhöhung die Arbeitsmigration aus günstigeren Nachbarländern (z. B. Kroatien, Slowakei) drosselt. Grenzregionen wie Bayern oder Österreich profitieren durch weniger Pendlerkonkurrenz.
  • Langfristig wird die Binnenmarktkonvergenz gefördert: Eine höhere Kaufkraft in Slowenien steigert die Importnachfrage nach Waren aus Deutschland, Italien oder Österreich – positiv für Exporteure besonders in Automobil, Maschinenbau und Konsumgütern.
  • Wettbewerbsunterschiede werden ausgeglichen, ohne dass Lieferketten massiv gestört werden.

Quellen: www.slowenien.ahk.de, Pressemeldung vom 25. Januar 2026;
                  www.viennaoffices.at, Pressemeldung vom 27. Januar 2026

Kontakt
Deutsch-Slowenische Industrie- und Handelskammer (AHK Slowenien)

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