Zentralverband des
Deutschen Handwerks

Zulieferwesen

Handwerkliche Zulieferer sind spezialisierte Betriebe, die andere Handwerks- und Industrieunternehmen mit Vor- oder Zwischenprodukten sowie ergänzenden Leistungen unterstützen.
Auswahl an Schrauben in roten und blauben Fächern in einer Werkstatt

Rund 20.000 bis 25.000 solcher Betriebe mit über 500.000 Beschäftigten fertigen Bauteile, Werkzeuge, Prototypen und Kleinserien – häufig ergänzt durch Dienstleistungen wie Konstruktion, Anpassung, Montage oder Instandhaltung.

Mit ihrem Know-how sichern sie die Funktionsfähigkeit ganzer Wertschöpfungsketten und prägen sowohl zentrale Zukunftsbranchen wie Energie- und Umwelttechnik, Medizintechnik sowie Maschinen- und Anlagenbau als auch wichtige Kernbereiche der deutschen Wirtschaft wie Baugewerbe, Automobilindustrie, Elektro- und Metallverarbeitung. Handwerkliche Zulieferer sind hochleistungsfähig, innovativ und entscheidend für die Qualität deutscher Industrie- und Handwerksprodukte.

Die handwerklichen Zulieferer – aktuelle Lage

Handwerkliche Zulieferer sind ein zentraler Pfeiler der deutschen Wirtschaft: Sie verbinden Industrie und Handwerk, sichern Wertschöpfungsketten, schaffen Arbeitsplätze und ermöglichen Innovationen. Gleichzeitig stehen viele Betriebe unter starkem Druck. Bürokratie, steigende Kosten, Fachkräfteengpässe und politische Unsicherheiten erschweren Investitionen und Planung. Dennoch zeigen die Zulieferer hohe Anpassungsbereitschaft: Sie digitalisieren, qualifizieren Mitarbeitende und entwickeln neue, nachhaltige Geschäftsmodelle.

Chancen liegen vor allem in der Energiewende, neuen Technologie wie Robotik und spezialisierten Märkten – doch strukturelle Hürden bremsen die Umsetzung. Eine ZDH-Sonderumfrage macht deutlich: Weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Entlastungen sind entscheidend, damit handwerkliche Zulieferer ihre Stärken voll ausspielen können.

Bericht zur aktuellen Lage der handwerklichen Zulieferer (2025)

  • Sonderumfrage: Handwerkliche Zulieferbetriebe
    20.11.2025
    Ausführlichere Informationen zur aktuellen Lage der handwerklichen Zulieferer, ihre Herausforderungen und Forderungen an Politik und Handwerksorganisationen finden Sie in den Ergebnissen einer Sonderumfrage unter den handwerklichen Zulieferbetrieben im 3. Quartal 2025.

Innovation und Präzision aus dem Zulieferhandwerk – Best Practice Beispiele

Handwerkliche Zulieferbetriebe entwickeln maßgeschneiderte Lösungen für Industrie, Handel und Handwerk – von Sondermaschinen über Oberflächenveredelung bis zu handgefertigten Spezialteilen. Mit Kreativität, technischer Expertise und Flexibilität treiben sie Innovation voran und sichern Qualität und Wettbewerbsfähigkeit.

Ein Metallbauer beim Schweißen mit einem Sicherheitshelm.

 Best-Practice-Beispiele

Von fahrerlosen Transportsystemen über Oberflächenveredelung bis hin zu Kunst‑ und Spezialfertigung:

Best‑Practice‑Beispiele aus dem Zulieferwesen

Bedarfe und Forderungen der Zulieferer

Handwerkliche Zulieferer berichten aus dem Alltag: Bürokratie, Kosten, Fachkräftemangel und Investitionshürden belasten die Betriebe. Ihre Kernforderungen lassen sich in sieben Kategorien zusammenfassen:  
 

"Man wird von der Bürokratie so dermaßen erschlagen, dass man gar keine Luft mehr hat" (Feinwerkmechaniker-Betrieb aus Baden-Württemberg)

"Es ist wirklich ein täglicher Kampf" (Gießereibetrieb aus Rheinland-Pfalz)

"Ich überlege aufzuhören, weil ich mehr mit Bürokratie beschäftigt bin als mit Arbeiten" (Elektrobetrieb aus Bayern)

Empfehlung der Zulieferbetriebe: Verwaltung und Prozesse verschlanken, digitale Lösungen praxisnah einführen

 "Das Schlimmste ist die Unklarheit – die Kunden warten nur noch auf politische Vorgaben" (Elektrobetrieb aus Sachsen).

"Ich wünsche mir wieder ein investitionsfreudiges Klima in Deutschland. Das ist total wichtig" (Formenbauer-Betrieb aus Baden-Württemberg)

Empfehlungen der Betriebe: Verlässliche, langfristige Regelungen und einheitliche Vorgaben entlang der Wertschöpfungsketten

"Handarbeit ist fast unbezahlbar geworden" (Tischlerbetrieb aus Sachsen)

"Für viele Kunden werden Dienstleistungen dadurch zunehmend unbezahlbar" (Elektrobetrieb aus Sachsen)

Empfehlungen der Betriebe: Abgaben senken, wettbewerbsfähige Energiepreise sichern, Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit fördern

"Wir finden kaum Mitarbeiter für diese Arbeiten" (Feinwerkmechanikerbetrieb aus Schleswig-Holstein)

"Zu viele Defizite, die wir ausgleichen müssen" (Elektrobetrieb aus Bremen)

Empfehlungen der Betriebe: Fachkräftegewinnung erleichtern, schulische Vorbereitung verbessern, Ausbildungsberufe attraktiver machen

"Heute dauert das Ganze mindestens ein Vierteljahr, bis man die Zusage von der Bank hat" (Schreiner-Betrieb aus Bayern)

"Teilweise warten wir seit über 10 Jahren auf eine Freigabe – das ist peinlich" (KFZ-Betrieb aus Rheinland-Pfalz)

Empfehlungen der Betriebe: Investitionsentscheidungen erleichtern, schnelle Finanzierungszusagen ermöglichen, strukturelle Hemmnisse abbauen

"Wir stehen vor einer Eskalation, weil Strukturen zerfallen und Perspektiven fehlen" (Metallbauerbetrieb aus Sachsen-Anhalt)

"Die Industrie wandert ab – und wir stehen mit leeren Händen da" (Feinwerkmechanikerbetrieb aus Schleswig-Holstein)

Empfehlungen der Betriebe: Regionale Wertschöpfungsketten stärken, faire Wettbewerbsbedingungen schaffen

"Wir fühlen uns nicht wahrgenommen" (Metallbauerbetrieb aus Mecklenburg-Vorpommern)

"Es wird wenig auf das Handwerk geschaut" (Schilder- und Lichtreklame-Betrieb aus Sachsen)

Empfehlungen der Betriebe: Rolle des Handwerks stärker anerkennen, Betriebe in Entscheidungsprozesse einbinden

Die Kernforderungen der Zulieferbetriebe

  • Bürokratie abbauen
  • Kosten senken
  • Fachkräfte sichern
  • Investitionssicherheit schaffen
  • Handwerkliche Zulieferer stärken

Handwerkliche Zulieferbetriebe stärken: Weichen für die Transformation stellen

Digitalisierung, Klimaschutz, Circular Economy sowie die Energie- und Mobilitätswende erfordern erhebliche Investitionen und weitreichende Anpassungen. Das Positionspapier "Handwerkliche Zulieferbetriebe im Transformationsprozess stärken (2023)" zeigt auf, wie Politik, Banken und Industrie gemeinsam dazu beitragen können, die Zukunft dieser "Hidden Champions" zu sichern.

  • Positionspaper: Handwerkliche Zulieferbetriebe im Transformationsprozess stärken
    12.12.2023

Messen, Events und Vernetzung

Handwerkliche Zulieferbetriebe profitieren von nationalen und internationalen Fachmessen, um ihre Produkte zu präsentieren, neue Geschäftspartner zu gewinnen und ihr Netzwerk zu erweitern. Die Teilnahme erhöht die Sichtbarkeit, eröffnet neue Märkte und legt den Grundstein für langfristige Kooperationen.

  • Hannover Messe – Gemeinschaftsstand für Zulieferer
    Auf der weltweit führenden Industriemesse können handwerkliche Zulieferer ihre Kompetenzen am Handwerk-Gemeinschaftsstand präsentieren, wertvolle Kontakte zu Industriepartnern knüpfen und aktuelle Branchentrends verfolgen.
  • INTEC und Zuliefermesse Leipzig
    Diese Messen richten sich speziell an Zulieferbetriebe und ermöglichen den direkten Austausch mit Fachbesuchern aus Industrie, Handwerk und Forschung. Hier lassen sich innovative Produkte vorstellen, neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen und strategische Partnerschaften aufbauen.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Zulieferkatalog ZULIKA – Die Plattform für Handwerkszulieferer und ihre Kunden

ZULIKA vernetzt Handwerkszulieferer mit neuen Abnehmern aus Industrie, Handwerk und Handel:

  • Betriebe können sich professionell vorstellen und Referenzen präsentieren
  • Abnehmer erhalten einen klaren Überblick über Anbieter und Leistungen

Jetzt Zulieferer finden unter www.zulieferkatalog.de

Zukunftsmärkte für handwerkliche Zulieferer

Überblick über die Zukunftsmärkte der handwerklichen Zulieferer

Handwerkliche Zulieferbetriebe sind Motor für Innovation und technologische Entwicklung. Unsere Umfrage zeigt, in welchen Märkten sie die größten Chancen für die Zukunft sehen. 

Darüber hinaus eröffnen sich zusätzliche Chancen in Bereichen wie Gesundheit und Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt, neuer Mobilität (z. B. E‑Mobilität, Wasserstoff und Ladeinfrastruktur), Smart Building und Smart Cities sowie in der Circular Economy. Auch zivile Sicherheit und der Schutz kritischer Infrastrukturen werden zunehmend relevant, etwa durch Bedarf an Spezialkomponenten, baulichen Schutzlösungen und Sicherheitstechnik. Für viele handwerkliche Zulieferer liegt das Potenzial darin, vorhandene Kompetenzen gezielt in diese Zukunftsfelder zu übertragen und durch neue Dienstleistungen zu ergänzen.