ZDH-Kurzbericht Konjunktur 2. Quartal 2026
Handwerk im Gegenwind – Reformstau jetzt auflösen.
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- Die Konjunkturflaute im Handwerk hat sich im 2. Quartal 2026 spürbar verstärkt. Insbesondere der schwelende Krieg zwischen den USA und dem Iran und dessen Auswirkungen auf Energiepreise und Lieferketten werden für die Handwerksbetriebe zunehmend zur Belastung. Weiterhin bleibt die Nachfrage nach handwerklichen Vorleistungen aus der Industrie sehr zurückhaltend, lässt der Aufschwung beim Wohnungsbau auf sich warten und entwickelt sich der private Konsum entwickelt infolge eines schwachen Arbeitsmarkts und der zunehmenden Inflation nur sehr verhalten.
- Sowohl die Geschäftslagebewertung als auch die Geschäftserwartungen der Betriebe gehen ggü. dem Vorjahreszeitraum stark zurück. Der Geschäftsklimaindex, der Lage und Erwartungen der Betriebe bündelt, sinkt massiv um 13 Zähler auf 102 Punkte. Das ist der stärkste Rückgang des Geschäftsklimas in einem 2. Quartal seit dem Beginn der Corona-Pandemie.
- Nachdem sie vor einem Jahr zumindest noch stabil war, verlief die Umsatzentwicklung im 2. Quartal 2026 deutlich negativ. Der Umsatzindikator für das Gesamthandwerk sinkt im Vorjahresvergleich um 13 Zähler auf minus 12 Punkte. In allen Gewerkegruppen gingen die Umsatzindikatoren zurück und liegen nun durchweg im negativen Bereich.
- Vor allem infolge der wieder steigenden Energie- und zum Teil auch Materialkosten nimmt der Druck auf die Absatzpreise nun wieder zu. Der Absatzpreisindikator steigt um 8 Zähler auf 28 Punkte und liegt jetzt auf einem Vierjahreshoch.
- Auch die Auftragsbestände sinken wieder merklich. Lag der Auftragsbestandsindikator im Frühjahr 2025 noch bei schwachen minus 3 Punkten, geht er nun auf minus 15 Punkte zurück. Dabei verschlechtert sich die Bewertung der Auftragslage in allen Gewerbegruppen. Die Kapazitätsauslastung nimmt leicht um 1 Prozentpunkt auf 76 Prozent ab. Die durchschnittliche Auftragsreichweite liegt mit 8,7 Wochen in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (II/2025; 8,6 Wochen).
- Die Beschäftigungsentwicklung war im 2. Quartal 2026 wie im Frühjahr 2025 negativ. Dabei verstärkte sich der Beschäftigungsrückgang per saldo allerdings (Beschäftigungsindikator Gesamthandwerk: minus 4 Zähler auf minus 7 Punkte).
- Auch die ohnehin schon schwache Investitionstätigkeitschwächt sich wieder ab. Lediglich 16 Prozent der Betriebe erhöhten ihre Investitionen, während mit 33 Prozent mehr als doppelt so viele diese reduzierten. Insgesamt trübt sich der Investitionsindikator um 5 Zähler auf minus 17 Punkte ein.
- Ausblick bis zum Jahresende 2026: Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten die Handwerksbetriebe unter den aktuellen Vorzeichen eine weitere Konjunktureintrübung. Vor allem ein weiter ungelöster Konflikt zwischen den USA und dem Iran würde sich weiter als Belastungsfaktor für die globale und nationale Konjunktur darstellen. Daneben drohen durch das aktuelle Niedrigwasser auf deutschen Flüssen und der dadurch verursachten Transportprobleme temporär steigende Preise. In der Folge gehen die Betriebe von weiteren Umsatzeinbußen und einer weiteren Verschlechterung ihrer Auftragslage aus und wollen weniger Beschäftigte einstellen und weniger investieren.
- Umso wichtiger ist nun, dass die Bundesregierung die zahlreichen noch offenen Reformvorhaben zügig abarbeitet – auch damit die durchaus vorhandenen Impulse aus den Sondervermögen in ein breiteres und vor allem selbsttragendes Wirtschaftswachstum übergehen. Aktuell drohen hingegen weite Teile der Mittel aus dem Sondervermögen wirkungslos zu verpuffen, anstatt als Initialzündung für die Konjunkturwende zu dienen.