Zentralverband des
Deutschen Handwerks
08.01.2021

Russland: Deutsche Technologien für Kreislaufwirtschaft gefragt

Russlands Unternehmen zeigen zunehmendes Interesse an einer Kreislaufwirtschaft, um ihre Kosten zu optimieren und staatlichen Regulierungen zuvorzukommen.

In Russland fallen jährlich rund 70 Mio. Tonnen Hausmüll und über 7 Mrd. Tonnen Industrieabfälle an. Nur etwa die Hälfte der Industrieabfälle wird verwertet. Unternehmen zeigen jedoch zunehmendes Interesse an einer Kreislaufwirtschaft, um ihre Kosten zu optimieren, staatlichen Regulierungen zuvorzukommen und auf Kundenwünsche einzugehen. Besonders Konzerne, die einen Großteil ihres Umsatzes im Ausland erzielen, müssen verstärkt Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigen.

Bisher organisieren die Industriebetriebe die Entsorgung und Deponierung ihrer Abfälle weitgehend selbst. Zum Teil vergeben sie Aufträge an regionale Spezialanbieter, beispielsweise für die Verwertung von Batterien oder quecksilberhaltigen Leuchtkörpern. Die russische Abfallwirtschaft ist vor allem von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Bislang wird erst ein geringer Teil der anfallenden Industrieabfälle wie Schlacken, Altreifen oder Gips wirtschaftlich genutzt. Da die Reform der russischen Abfallwirtschaft große Summen an öffentlichen Mitteln verschlingt, achtet die Regierung verstärkt auf den Einsatz einheimischer Technologie. Bei der Produktion von Ausrüstungen für die Abfallbehandlung soll der Anteil lokaler Komponenten von 45 Prozent (2016) auf 85 Prozent (2025) steigen.

Ausländische Hersteller müssen sich darauf einstellen und über Kooperationen mit russischen Unternehmen oder durch den Aufbau einer Fertigung vor Ort ihre Marktposition sichern. Deutschland gehört wegen seiner Erfolge beim Abfallrecycling und der Senkung der Deponiequote zu den Vorbildern und bevorzugten Partnern in Russland. Anfang 2020 haben russische und deutsche Unternehmen eine engere Kooperation beim Bau von Recyclinganlagen beschlossen und das Technologiekonsortium RNTKO gegründet. Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau hat die Online-Datenbank Germantech aufgebaut, die für deutsche Technologiehersteller und Dienstleister wirbt. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) führt das Projekt „Klimaneutrale Abfallwirtschaft in der Russischen Föderation" durch und berät die drei Pilotregionen Kursk, Woronesch und Kaluga. Wichtige Ansprechpartner für deutsche Unternehmen sind die knapp 200 kommunalen Entsorgungsbetriebe in Russland, an denen häufig die Regionalverwaltungen beteiligt sind.

Quellen: www.gtai.de, Pressemitteilung vom 20. Oktober 2020;
                 Nachrichten für Außenhandel Nr. 177 vom 14. September 2020

Kontakt

Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK Russland)
Tel.: 007-495-234-49-50
E-Mail: ahk(at)russland-ahk.ru
www.russland.ahk.de

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