Zentralverband des
Deutschen Handwerks
Zentralverband des
Deutschen Handwerks
14.09.2022

"Preisspirale bei Energie stoppen - Handwerksbetriebe schützen"

Das Plenum des Europaparlaments hat am Mittwoch seine Positionen zu den Richtlinien für Erneuerbare Energien und zur Energieeffizienz als Teil des "Fit für 55"-Pakets festgelegt. Dazu erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes:
Glasfassade des EU-Parlaments mit Flagge

"Es muss Europa gelingen, die dramatische Preisspirale bei der Energieversorgung zu stoppen und energieintensive Handwerksbetriebe vor der Insolvenz zu schützen. Diese unmittelbaren Herausforderungen drohen die Gesetzgeber mit ihrer Verabschiedung der Richtlinien im EU-Parlament aus den Augen zu verlieren. Ein Marktanteil von 45 Prozent für erneuerbare Energien bis 2030 und neue Vorgaben bei der Energieeffizienz schaffen zusätzlichen Kostendruck. In den anstehenden Trilogverhandlungen muss das 'Fit für 55'-Paket mindestens durch Härtefallhilfen und die Anpassung der Beihilferegeln flankiert werden.

Viele Handwerksbetriebe sind angesichts hoher Energie-, Material- und Beschaffungspreise in ihrer Existenz bedroht. Stärker als bisher muss darauf geachtet werden, dass die Klimaziele kosteneffizient erreicht und Handwerksbetriebe nicht unnötig belastet werden. Schließlich sind diese Betriebe unverzichtbar, wenn es darum geht, die Effizienz- und Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen von 'Fit für 55' umzusetzen. 

Positiv im Sinne einer ganzheitlichen beruflichen Bildung ist, dass nicht pauschal die Zertifizierung von Arbeitskräften bevorzugt und in beiden Richtlinien die Qualifizierung berücksichtigt wird.  Denn um die immer komplexeren Modernisierungsvorhaben umsetzen zu können, brauchen wir systematische und zusammenhängende Qualifikationen, wie sie im Rahmen der dualen Aus- und Weiterbildung vermittelt werden. Sie sichern Qualität, schaffen langfristige Lösungen und bringen Kundenzufriedenheit."

Hintergrundinformationen:

Mit dem Europäischen Klimagesetz hat die EU ein neues verbindliches Minderungsziel für Treibhausgase bis zum Jahr 2030 festgelegt: Um mindestens 55% sollen die Emissionen im Vergleich zu 1990 sinken. Um dieses Ziel umzusetzen, arbeiten die EU-Gesetzgeber – Europäischer Rat und Europäisches Parlament (EP) - derzeit an ihrer Positionierung im Rahmen des "Fit für 55"-Pakets.

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