Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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Deutschen Handwerks
07.09.2022

"Preisanstieg für Energie muss spürbar gebremst werden"

Am Freitag tauschen sich die EU-Energieminister darüber aus, mit welchen Maßnahmen die hohen Energiepreise abgefedert werden können und wie gut die Mitgliedstaaten auf den Winter vorbereitet sind. Dazu erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke:
Hochspannungsmast mit Abendsonne.

„Die EU-Energieminister müssen mit Blick auf die für zahlreiche Handwerksbetriebe zunehmend existenzbedrohende Entwicklung der Energiepreise Lösungen suchen, ohne dass der Preismechanismus aufgehoben wird. Energie muss gerade für die kleinen und mittelgroßen Betriebe bezahlbar bleiben. Uns erreichen inzwischen mehr und mehr existenzielle Notrufe von Betrieben, die unmittelbar Hilfe brauchen.

Es gilt, all das, was an Energie verfügbar ist, auch tatsächlich in den Markt zu geben. Beim Gas muss der Preisanstieg gebremst werden und das bereits, wenn Gas ins Marktsystem eingespeist wird. Nur so können Verwerfungen in den nachfolgenden Wertschöpfungsketten bei Betrieben und Haushalten vermieden werden.

Sehr fragwürdig ist außerdem, ob das gegenwärtige Strommarktdesign angesichts unerwarteter Entwicklungen noch tragbar ist. Es ist kaum vermittelbar, warum das teuerste Kraftwerk günstige Stromerzeugungsformen mit in die Preisspirale reißt. Preissteigerungen sollten jedoch grundsätzlich möglich sein, der Preis also nicht gedeckelt werden. Nur so besteht ein Anreiz, etwa Gas effizienter zu nutzen, einzusparen und durch andere Energieträger zu ersetzen. Eine Gasmangellage gilt es unbedingt zu verhindern. Flankierend sollte die Bundesregierung die Energiesteuersätze auf die europarechtlich zulässigen Mindeststeuersätze senken.“     

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