Zentralverband des
Deutschen Handwerks
Zentralverband des
Deutschen Handwerks
01.12.2022

Keine Nachweispflicht für EU-Lieferkette – KMU-Ausnahme sichern

Am 1. Dezember hat der Europäische Rat seine Position zum Vorschlag für eine Richtlinie über die Nachhaltigkeitspflichten von Unternehmen (EU-Lieferkettengesetz) verabschiedet. Dazu erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke:
Aktenstapel

„Mit der Verpflichtung zu einem lückenlosen Nachweis der Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltstandards entlang der Lieferketten droht Kleinst- und Kleinunternehmen ein erheblicher, kaum darstellbarer und unzumutbarer Verwaltungsaufwand. Da die kleinen und mittleren Betriebe des Handwerks hauptsächlich lokal tätig sind und eher als Zulieferer oder Installateure in größere Wertschöpfungsketten eingebunden sind, fordern wir, zumindest europäische Lieferketten von der Nachweispflicht auszunehmen. Für Produkte und Dienstleistungen, die innerhalb der Europäischen Union bezogen werden, muss eine Konformitätsvermutung gelten. Die Betriebe müssen davon ausgehen können, dass Menschenrechts- und Umweltstandards innerhalb der EU eingehalten werden.

Zudem brauchen wir eine wirksame KMU-Ausnahme mit angemessenen Schwellenwerten, die sich am deutschen Lieferkettengesetz mit 1.000 Mitarbeitern ab 2024 orientiert. Unabhängig davon bleibt aber selbst dann das Problem, dass ein kleiner spezialisierter Handwerksbetrieb mit 15 Mitarbeitern von seinem industriellen Auftraggeber dazu verpflichtet werden kann, den Unternehmenskodex umzusetzen, was in der Konsequenz bedeutet, dass dieser Handwerksbetrieb berichtspflichtig wird. Das stellt für Handwerksbetriebe eine gerade in diesen Zeiten übermäßige und angesichts der kleinen Betriebsgrößen nur schwer handhabbare und inakzeptable zusätzliche Belastung dar.“

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