Zentralverband des
Deutschen Handwerks
09.10.2026

Export: Ost-Handel fängt Verluste im US- und China-Geschäft auf

Deutsche Exporte in die Region steigen im ersten Halbjahr 2026 um fast 11 Milliarden Euro.
Luftaufnahme der Altstadt von Danzig, Polen – Historische Architektur und Fluss

Die Wachstumsregion Mittel- und Osteuropa beflügelt die deutsche Exportwirtschaft in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld: Während die deutschen Ausfuhren in die USA und nach China im ersten Halbjahr 2026 um gut zehn Milliarden Euro zurückgingen, stiegen die Exporte in die 29 MOE-Länder, für die der Ost-Ausschuss zuständig ist, um fast elf Milliarden Euro auf 154,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einem kräftigen Zuwachs um 7,4 Prozent und gleicht die Einbußen auf den beiden größten außereuropäischen Märkten mehr als aus.

Polen baut Vorsprung vor China weiter aus

Besonders kräftig wuchsen erneut die deutschen Exporte nach Polen. Das Nachbarland festigt damit seine Position als viertwichtigster Absatzmarkt und setzt sich mit einem Plus von 9,2 Prozent auf 53,8 Milliarden Euro weiter von China ab, das mit 36,3 Milliarden Euro nur noch Rang neun belegt. Die Ausfuhren nach Tschechien kletterten sogar um 14 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro. Auch Ungarn, Rumänien und die Slowakei legten deutlich zu. Insgesamt betrug der Außenhandel Deutschlands mit diesen fünf osteuropäischen Handelspartnern im ersten Halbjahr  fast 232 Milliarden Euro.

Südkaukasus und Zentralasien: Chancen wachsen, Exporte bleiben unter Potenzial

Die deutschen Handelsbeziehungen mit dem Südkaukasus und Zentralasien zeigen ein gemischtes Bild. Während die Exporte nach Aserbaidschan um 61,7 Prozent (Importe: + 40,8 Prozent) stark stiegen – vor allem gestützt durch Energieimporte, waren die Ausfuhren nach Kasachstan und Usbekistan rückläufig. Angesichts der massiven Konkurrenz aus China, den USA und dem Nahen Osten fordert der Ost-Ausschuss von der EU einen schnelleren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur entlang des Mittleren Korridors und flexiblere Finanzierungen.

Ukraine-Handel tritt auf der Stelle und Russland fällt weiter zurück

Nach Jahren des Wachstums stagnierte der deutsche Handel mit der Ukraine im ersten Halbjahr 2026: Während die deutschen Exporte geringfügig um 1,4 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zurückgingen, stiegen die Importe um 1,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Parallel dazu setzt sich der Niedergang des Russland-Geschäfts ungebremst fort: Die Importe brachen um 23,3 Prozent auf gut 0,5 Milliarden Euro ein, die Exporte sanken um 2,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Russland stürzt damit auf Rang 49 der deutschen Handelspartner ab von einem Top 15-Platz im Jahr 2021.

Die detaillierten Handelszahlen für den deutschen Osthandel für das 1. Halbjahr 2026 finden Sie auf der Internetseite des Ostausschusses.

Quelle: oa-ev.de (13.08.2026)