Digitalisierung der Handwerksbetriebe

Ergebnisse einer Umfrage unter Handwerksbetrieben im ersten Quartal 2018

Die Digitalisierung der Betriebe im Handwerk nimmt weiter Fahrt auf. Die Handwerksbetriebe digitalisieren ihre betriebsinternen Abläufe in Planung, Einkauf, Produktion oder Logistik immer stärker. Auch die Interaktion mit Lieferanten, Kooperationspartnern und Kundennetzwerke wird zunehmend digital. Der Kunde, ganz gleich ob privat oder gewerblich, stellt teilweise neue Erwartungen an Produkte, Dienstleistungen und Kommunikation. Zudem können die neuen digitalen Technologien eine Angebotserweiterung bzw. Anpassung des bestehenden Geschäftsmodells an verschiedene Kundengruppen erfordern bzw. ermöglichen. Um aktuelle Daten über den Fortschritt der Digitalisierung in der Handwerkswirtschaft zu gewinnen, hat der ZDH im Zuge der Konjunkturberichterstattung für das erste Quartal 2018 gemeinsam mit 42 Handwerkskammern (32 in West- und 10 in Ostdeutschland) eine Umfrage zum Thema "Digitalisierung der Handwerksbetriebe" durchgeführt. Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass viele Handwerksbetriebe intensiv mit der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen befasst sind, aber auch nach wie vor Hürden für den digitalen Transformationsprozess im Handwerk bestehen:

  • Mehr als jeder vierte Handwerksbetrieb hat in den vergangenen 12 Monaten in die Digitalisierung investiert. Dabei lagen Schwerpunkte im Bereich der Geschäftsprozesse, der Erschließung neuer Kundenkreise sowie dem Datenschutz und der Cybersicherheit.

  • 16 Prozent der Betriebsinhaber sehen vor allem positive Effekte durch die Digitalisierung für den eigenen Geschäftsbetrieb, lediglich 2 Prozent negative.

  • In den nächsten 12 Monaten plant mehr als ein Viertel der Betriebe die Durchführung von Digitalisierungsmaßnahmen. Geplant sind dabei insbesondere Maßnahmen zur Verbesserung von Geschäftsprozessen, zur Erschließung neuer Kundenkreise sowie zur Gewährleistung von Datenschutz und Cybersicherheit.

  • Mehr als jeder fünfte Betriebsinhaber im Handwerk betrachtet die Digitalisierung als Chance, nur etwas mehr als jeder Zwanzigste als Risiko. 17 Prozent der Betriebe attestieren der Digitalisierung eine hohe Bedeutung für das eigene Geschäftsfeld. 28 Prozent schätzen diese als gering ein, während 27 gar keine Bedeutung für ihr Geschäftsfeld sehen.

  • Als Hürden für die Digitalisierung werden vor allem fehlende eigene betriebliche Ressourcen und Kompetenzen, aber auch langsame Internetverbindungen und die Anforderungen zur Gewährleistung der IT-Sicherheit benannt.

  • Ein knappes Fünftel der Inhaber wünscht sich zusätzliche Unterstützungs- und Informationsangebote zur Digitalisierung. Nachgefragt werden vor allem Angebote zu den Themen Datenschutz und Cybersicherheit, Erschließung neuer Kundenkreise und Digitalisierung von Geschäftsprozessen.

Die Antworten der Handwerksbetriebe wurden in einem Online-Umfragemodul erfasst. Dabei wurden die Betriebe in unterschiedlicher Form kontaktiert (postalisch, per E-Mail, telefonisch und per Newsletter) und konnten die Form der Rückantwort (postalisch, per Fax oder online) wählen. Insgesamt haben sich 8.912 Betriebe an der Umfrage beteiligt.

Da sich - wie bei den meisten Umfragen üblich - größere Unternehmen relativ häufiger beteiligt haben als kleinere, wurden die Gesamtergebnisse anhand aktueller Beschäftigtengrößenzahlen gewichtet und auf das Gesamthandwerk hochgerechnet.

Digitalisierung der Handwerksbetriebe – Ergebnisse der Umfrage zum Download

Digitalisierung der Handwerksbetriebe
(PDF)
Ergebnisse einer Umfrage unter Handwerksbetrieben; Juli 2018