Zentralverband des
Deutschen Handwerks
05.05.2026

Deutscher US-Export kämpft mit der Zollmauer

Der aktuelle Zollkurs aus Washington wird zu einem Risikofaktor für die deutsche Konjunktur.
Containerschiff im Hamburger Hafen

Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Exportmarkt für Deutschland. Doch ausgerechnet die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA haben enorm an Berechenbarkeit verloren. Zu diesem Ergebnis kommt die DIHK in der Auswertung ihrer Umfrage Going International 2026, die unter 2.400 auslandsaktiven Unternehmen mit Sitz in Deutschland durchgeführt wurde.

Unsicherheit ist die Haupthürde

67 Prozent der Unternehmen sehen die Unsicherheit als größte Belastung im US-Geschäft, noch vor den – vor allem mit den sektoralen Zöllen auf Stahl und Aluminium verbundenen – Kosten und der Bürokratie im Zollverfahren (54 Prozent) oder Wechselkurs- sowie Finanzmarktrisiken (48 Prozent).

Zollpolitik wirkt nicht als Investitions-Booster 

Anders als von der US-Regierung erhofft, regen die Zollsteigerungen deutsche Unternehmen bisher nicht zu einem signifikanten Ausbau ihrer Geschäfte vor Ort an: Lediglich 17 Prozent der befragten Betriebe planen mehr oder neue Investitionen in den USA, 33 Prozent verschieben sie und weitere 17 Prozent wollen sie sogar reduzieren. Ein Drittel hält an seinen Investitionsplänen unverändert fest. 

Deutlich eingetrübte Geschäftsaussichten senken Erwartungen

Vor diesem Hintergrund sehen die befragten Unternehmen die Zukunft ihres US-Geschäfts vorwiegend pessimistisch: Laut DIHK erwarten 43 Prozent in diesem Jahr schwächere Umsätze. Nur 16 Prozent rechnen mit einer Verbesserung – weltweit gesehen ein unterdurchschnittliches Ergebnis.

Neue Absatzmärkte dringend gesucht

Trotz der massiven US-Zölle und neuer Handelsbarrieren bleibt der US-Markt für deutsche Exporteure unverzichtbar, doch der Zugang wird immer teurer. Das erfordert neue Strategien, unter anderem zu diversifizieren und  die Chancen auf den Märkten der EU und Asien zu nutzen.

EU-Nachbarländer wie Polen und die Niederlande gewinnen stark an Bedeutung: Polen hat China als Absatzmarkt für deutsche Exporte überholt, mit robustem Wachstum durch stabile Lieferketten und geringe Handelsbarrieren. In die EU gehen rund 50 Prozent der deutschen Exporte und zudem wächst dieser Markt schneller als der US-Markt.

Indien und die ASEAN-Staaten (v.a. Vietnam, Indonesien) bieten enorme Chancen  – Prognosen sehen hier bis zu 100 Mrd. € zusätzliche Exporte. Diese Märkte haben Potenzial, den US-Zoll-Schock auszugleichen, da sie technologiegetrieben und weniger protektionistisch sind.

Quellen: 
www.dihk.de, Pressemeldung vom 10. März 2026;
www.boerse-global.de, Pressemeldung vom 11. Februar 2026;
www.vdw.de, Pressemeldung vom 19.  Januar 2026

Schlagworte