Zentralverband des
Deutschen Handwerks

Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Energiekosten

Für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung braucht es den Ausbau erneuerbarer Energien, smarte Speicher, digitale Netze und Entlastungen für Betriebe. Innovation, Dezentralisierung und Resilienz stärken Wirtschaft und Versorgung.
Solarzellen, im Hintergrund windräder

Energie ist eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftlichen Wohlstand. Sie muss verlässlich, bezahlbar und in ausreichendem Umfang verfügbar sein. Dafür braucht es eine ausgewogene Energiepolitik, die Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit zusammen denkt, marktwirtschaftliche Prinzipien wahrt und Übergangslösungen fair sowie zeitlich begrenzt einsetzt.

Energieangebote ausbauen und für wettbewerbsfähige Energiekosten sorgen

Eine verlässliche und zukunftsfähige Energieversorgung erfordert ein breites Angebot und wettbewerbsfähige Energiekosten, die durch gezielte Maßnahmen umgesetzt werden. Dabei gilt es Kleinstbetriebe und Soloselbständige bei Förder- und Genehmigungsverfahren explizit zu berücksichtigen.

Eine marktwirtschaftliche Lenkung durch CO2-Bepreisung im Rahmen des Emissionshandels (ETS) muss zudem als zentrales Leitinstrument gestärkt werden, damit Klimaschutz effizient, technologieoffen und wettbewerbskompatibel gelingt. Grundsätzlich ist der Einsatz marktwirtschaftlicher Instrumente auszubauen, statt auf eine zunehmend kleinteiligere Detailsteuerung zu setzen.

Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen

Angesichts steigender Preise für konventionelle Energieträger ist der zügige Ausbau erneuerbarer Energien von entscheidender Bedeutung. Er dient nicht nur dem wirksamen Schutz des Klimas, sondern trägt zugleich dazu bei, Energiekosten langfristig wettbewerbsfähig zu gestalten, die energiepolitische Unabhängigkeit Deutschlands zu stärken und die Versorgungssicherheit durch ein breiteres Energieangebot auszubauen.

Kostenbelastungen für Betriebe reduzieren

Betriebe können nur dann nachhaltig in Klimaschutzmaßnahmen investieren und ihre wirtschaftliche Stabilität sowie ihre langfristige Existenz sichern, wenn die Energiekosten für alle auf einem wettbewerbsfähigen Niveau sind. Dazu können gezielte Entlastungen wie die Senkung von Netzentgelten, der Stromsteuer und anderen Energieabgaben für alle sowie monetäre Anreize für energieeffiziente Investitionen beitragen.

Smarte Speicherlösungen zur Sicherung der Energieversorgung

Smarte Speicherlösungen leisten einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung, da sie Schwankungen im Stromangebot ausgleichen und erneuerbare Energien besser nutzbar machen. Dezentrale Speicher wie Batterien ermöglichen es, selbst erzeugten Strom effizient zu nutzen, Lastspitzen zu reduzieren, Netzengpässe abzufedern und dadurch Energiekosten zu senken sowie die Versorgungssicherheit im Alltag zu erhöhen. Dabei ist die Sektorenkopplung als Leitprinzip stärker zu betonen, um den ganzheitlichen Erfordernissen der Energiewende gerecht zu werden.

Anreize für Innovationen und Digitalisierung schaffen

Innovation und Digitalisierung treiben das Handwerk und die Wirtschaft voran – sie beschleunigen neue Technologien, die flächendeckende Digitalisierung und sichern die Energieversorgung.

Investitionsanreize für neue Technologien und Mobilitätslösungen anbieten

Innovation ist entscheidend, um die Energie- und Klimapolitik wirksam voranzubringen. Investitionsanreize sollten alle Lösungen berücksichtigen, die langfristig zur Klimaneutralität beitragen, auch solche, die die Mobilitätswende voranbringen – etwa Ausbau der Ladeinfrastruktur oder Vehicle-to-Grid-Systeme. 

Digitalisierungsvorhaben flächendeckend unterstützen

Digitalisierungsvorhaben müssen flächendeckend vorangetrieben werden, um Effizienzpotenziale in Betrieben und Haushalten systematisch zu heben. Künstliche Intelligenz kann diesen Prozess unterstützen, indem sie Daten besser nutzbar macht, Entscheidungen erleichtert und zur Steigerung von Produktivität und Versorgungssicherheit beiträgt. 

Pilotprojekte und Reallabore als Innovationsmotor nutzen

Pilotprojekte und Reallabore ermöglichen es, Innovationen aktiv mitzugestalten und neue Lösungen unter realen Bedingungen zu erproben. Handwerksbetriebe können so ihre praktische Erfahrung frühzeitig einbringen, treiben die Umsetzung neuer Technologien voran und leisten so einen zentralen Beitrag zum Transfer von Innovationen in die Breite. Reallabore schaffen damit die Grundlage für praxistaugliche, wirtschaftliche und zukunftsfähige Lösungen für die Energieversorgung. Pilotprojekte und Reallabore müssen daher so gestaltet sein, dass Handwerksbetriebe aktiv Erfahrungen einbringen können, ohne auf übermäßige Bürokratie zu stoßen.

Energieinfrastruktur zukunftssicher und resilient gestalten

Eine zukunftssichere und resiliente Energieinfrastruktur ist zentral für die Versorgungssicherheit und Wirtschaftskraft Deutschlands. Deshalb muss sie flexibel, robust und gegen physische sowie digitale Bedrohungen geschützt sein. 

Netze modernisieren und digitalisieren

Moderne und digitalisierte Netze sind entscheidend, damit Energie flächendeckend und zuverlässig dorthin gelangt, wo sie gebraucht wird – gerade bei einem wachsenden Anteil erneuerbarer Erzeugung und dezentraler Einspeisung. Durch Digitalisierung werden Steuerung, Messung und Anpassung von Energieflüssen effizienter und transparenter, was die Netzstabilität erhöht. Handwerksbetriebe sind dabei unverzichtbare Partner für Planung, Installation und Wartung dieser Infrastruktur und sichern so den reibungslosen Betrieb. 

Dezentrale Energie- und Wärmeversorgung ausbauen

Ein verstärkter Ausbau dezentraler Energie- und Wärmeversorgung ermöglicht Haushalten und Betrieben mehr Unabhängigkeit, entlastet die zentrale Netzinfrastruktur und erhöht die regionale Wertschöpfung. Lösungen wie etwa Photovoltaikanlagen, Wärme-pumpen oder alternative Versorgungsoptionen werden direkt vor Ort geplant, installiert, fachgerecht geprüft und gewartet. Diese Kernaufgaben übernimmt das Handwerk mit seiner fachlichen Kompetenz und Erfahrung. Durch diese durchgehende Qualitätssicherung und Betreuung trägt das Handwerk direkt zur Umsetzung einer resilienten, sicheren und klimafreundlichen Energieversorgung bei.

Krisenfestigkeit und Ausfallsicherheit erhöhen

Die Energieinfrastruktur muss auch unter außergewöhnlichen Bedingungen zuverlässig funktionieren, insbesondere angesichts geopolitischer Spannungen und möglicher Angriffe auf kritische Systeme. Der Staat ist gefordert, Sicherheit und Betriebsgarantie zu gewährleisten und so die Resilienz der Energieversorgung zu sichern. 

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