Zentralverband des
Deutschen Handwerks
21.03.2021

Brexit-Wegweiser für Unternehmen

Deutsche Exporte nach Großbritannien sanken 2020 um 15 %. Fast 60 % der deutschen Firmen erwarten eine weitere Verschlechterung ihrer Geschäftsbeziehungen.

Der Brexit birgt nicht nur Risiken, sondern es tun sich auch Chancen auf für deutsche Unternehmen. So gibt es die Möglichkeit, die Ausrichtung des Großbritannien-Geschäfts in Bezug auf Kooperationspartner, Investitionsobjekte und Marktzugänge grundlegend neu zu beurteilen. Zum Beispiel bieten sich neue Perspektiven durch Kooperationen mit britischen Unternehmen in Drittstaaten. Britische Unternehmen haben bereits verstärkt auf dem afrikanischen Kontinent investiert und nehmen damit eine führende Rolle ein. Hierbei liegt Großbritannien weit vor der deutschen Wirtschaft, welche eine eher untergeordnete Rolle auf dem Subkontinent innehat.

Die zukünftigen beidseitigen Handelsbeziehungen wurden am 24.12.2020 in einem mehr als 1.000-seitigen Handels- und Kooperationsabkommen festgelegt. In welchem Maße nun einzelne Sektoren von den Regelungen im Handelsabkommen betroffen sind, kann im Brexit-Leitfaden der KPMG nachvollzogen werden. Der Leitfaden beinhaltet Lösungsansätze für die komplexen Anpassungen, die Unternehmen vornehmen müssen, u.a in den Bereichen Supply Chain, Import und Export von Gütern, zollrechtliche Abwicklung, Steuern und Sozialversicherung, Arbeitsrecht und Visa.

Eine Brexit FAQ Übersicht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beinhaltet Antworten auf für deutsche Unternehmen wichtige Fragen. Weitreichende Änderungen gibt es aber nicht nur für Unternehmen, sondern auch für öffentliche Verwaltungen sowie für Bürgerinnen und Bürger. Die Europäische Kommission hat über das Europe-Direct-Kontaktzentrum einen zentralen Service für alle Fragen im Zusammenhang mit den künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich eingerichtet. Das Kontaktzentrum ist aus den 27 Mitgliedstaaten und dem Vereinigten Königreich über ein kostenloses Telefon (T: 00800 67891011) und ein Webformular erreichbar. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat eine Hotline für Unternehmerinnen und Unternehmer mit Fragen zur Brexit-Entscheidung eingerichtet.

Quellen: EU-Nachrichten Nr. 01/2021;
                 www.kpmg.de, Stand März 2021

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