Deutsche Exporte nach Afrika überdurchschnittlich gestiegen
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Die deutschen Ausfuhren nach Afrika sind im Jahr 2025 um rund 8 Prozent gestiegen bei einem Exportplus von 0,9 Prozent weltweit. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug das Exportvolumen nach Afrika im Vorjahr rund 28,4 Milliarden Euro. Das sind etwa 2,1 Milliarden Euro mehr als 2024. Vor allem die zuletzt schwächelnden größeren afrikanischen Märkte liefen deutlich besser, an vorderster Stelle die fünf Länder Nordafrikas.
Konjunkturaussichten für 2026 verbessern sich
Afrikas Wirtschaft profitierte im vergangenen Jahr von der geringeren Inflation, stabileren Wechselkursen und niedrigeren Zinsen, die sich jeweils positiv auf den Konsum und die Investitionen auswirken. Das stärkt Konsum und Importnachfrage.
Trotz der hohen Staatsverschuldung und chronisch negativer Leistungsbilanzen hellt sich die Gesamtlage spürbar auf – ein positives Umfeld für den Außenhandel.
Afrika bleibt im globalen Exportvergleich ein Nischenmarkt
Für deutsche Exporteure bleibt Afrika trotz seiner Dynamik ein Nischenmarkt. Im Jahr 2025 entfielen lediglich rund 1,8 Prozent der deutschen Exporte auf den Kontinent; damit stagniert der Anteil seit Anfang der 2000er Jahre. Die wichtigsten Märkte liegen in Südafrika und den nördlichen Ländern.
Zugleich steigt mit den wirtschaftlichen Fortschritten in Teilen Afrikas und dem wachsenden Druck zur Diversifizierung der Absatzmärkte die Anziehungskraft des Kontinents. Besonders Subsahara‑Afrika gilt im Vergleich zu Südamerika, ASEAN und Indien weiterhin als weitgehend unerschlossen. Somit stellt sich die Frage, wie deutsche Unternehmen dort langfristig Fuß fassen können.
Erfolg durch lokale Partnerschaften und After-Sales-Service
Trotz der starken Konkurrenz aus China und Indien insbesondere in preissensiblen Märkten punkten deutsche Anbieter dort, wo sie Kundennähe zeigen. Ein guter After-Sales-Service ist ein entscheidender Faktor gerade bei technischen Ausrüstungen. Hinzu kommt die Bereitschaft, technisches Know-how an lokale Arbeitskräfte weiterzugeben – für afrikanische Länder von großer Bedeutung. Kurzfristige Exportgeschäfte aus Deutschland heraus sind darum selten erfolgreich, entscheidend sind lokale Präsenz, langfristiges Engagement und Geduld.
Regionale Dynamik eröffnet neue Absatzoptionen
Während sich das Investitionsinteresse der deutschen Unternehmen in Subsahara‑Afrika nur langsam ausweitet, zeigen die Märkte Nordafrikas durch Nearshoring und steigenden Binnenkonsum deutlich mehr Dynamik. Besonders die Auto‑ und Maschinentechnik bieten deutschen Exporteuren nicht zuletzt aufgrund logistischer Vorteile und der Nähe zum europäischen Markt wachsende Geschäftsmöglichkeiten.
Zudem entwickeln sich Afrikas Bauwirtschaft sowie Energie‑, Verkehrs‑, Wasser‑ und IKT‑Infrastruktur dynamisch. Mit zunehmender Urbanisierung gewinnen auch Abfall‑ und Abwasserentsorgung an Bedeutung und eröffnen zusätzliche Geschäftschancen.
Entwicklungszusammenarbeit öffnet sich stärker für Unternehmen
Die Rolle der Entwicklungszusammenarbeit stellt sich derzeit ambivalent dar. Zwar reduzieren viele westliche Geber ihre Afrika‑Budgets, zugleich sollen die verbleibenden Mittel jedoch deutlich stärker als bislang Unternehmen aus den Herkunftsländern der Zuschüsse zugutekommen.
Für Unternehmen eröffnet sich damit ein günstiger Zeitpunkt, um den Dialog mit öffentlichen Gebern zu suchen und auszuloten, an welchen Projekten und in welchen Sektoren sich deutsche oder europäische Anbieter sinnvoll beteiligen können.
Weitere Informationen und Beratung bietet die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung.
Quelle:
www.gtai-exportguide.de, Pressemeldung vom 23. Februar 2026