Zentralverband des
Deutschen Handwerks

Handwerksbetriebe fördern Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) tragen wesentlich zur Mitarbeitergesundheit und Leistungsfähigkeit bei. Hier finden Sie Praxisbeispiele aus dem Handwerk.
Frau dehnt sich vor dem Laptop

Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) tragen wesentlich dazu bei, dass die Beschäftigten möglichst selten wegen Krankheit ausfallen, gesundheitlich fit, leistungsfähig und leistungsbereit bleiben sowie ohne Einschränkungen bis ins Rentenalter arbeiten können. Dies ist gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des hohen Fachkräftebedarfs unerlässlich. Die Palette der BGF-Maßnahmen ist breit und umfasst z.B. Bewegungs-, Entspannungs- und Ernährungsangebote. Hilfreich für die vielen Kleinbetriebe im Handwerk ist dabei die Unterstützung durch überbetriebliche Akteure wie die gesetzlichen Krankenkassen. 

Um Unternehmen und Betriebe bei der BGF zu unterstützen, haben die Verbände der gesetzlichen Krankenversicherung vor einigen Jahren das gemeinsame Informations- und Beratungsportal BGF-Koordinierungsstelle geschaffen.

Weitere Informationen zur BGF-Koordinierungsstelle

Best Practices zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF)

Die nachfolgenden Best Practices zeigen, dass auch die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Handwerksbetrieben viel dafür tun, ihre Beschäftigten bis ins Rentenalter gesundheitlich fit und leistungsfähig zu halten, um individuell passende Lösungen zu finden:


Deutschlands gesündester Handwerksbetrieb 2024: Schöllgen Haustechnik setzt Maßstäbe

Foto Team der Schöllgen Haustechnik GmbH

Betrieb: Schöllgen Haustechnik GmbH, Alfter

Dipl.-Ing. Bernd Schöllgen
Auf dem Polacker 7
53347 Alfter
www.schoellgen-haustechnik.de

Die Schöllgen Haustechnik GmbH aus Alfter bei Bonn wurde 2024 mit dem Sonderpreis “Gesundes Handwerk” der Corporate Health Awards ausgezeichnet und trägt damit den Titel “Deutschlands gesündester Handwerksbetrieb”. Das Familienunternehmen mit Wurzeln in den 1950er Jahren beschäftigt etwa 44 Mitarbeitende und bietet umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Heizung, Sanitär und Haustechnik an.

Was Schöllgen Haustechnik besonders auszeichnet, ist das konsequente Engagement für eine Betriebskultur, die körperliche und mentale Gesundheit gleichermaßen in den Mittelpunkt stellt. Der Betrieb beweist damit eindrucksvoll, dass auch im handwerklichen Alltag mit seinen besonderen Anforderungen eine nachhaltige Gesundheitskultur geschaffen werden kann. Ein Herzstück des Gesundheitsmanagements ist eine bewusst gestaltete Arbeitszeitregelung mit kurzen Arbeitstagen am Freitag, die den Mitarbeitenden eine deutlich bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht. Diese klare Ausrichtung hin zur Work-Life-Balance unterstreicht das Engagement des Betriebes für die Gesundheit seiner Mitarbeiter.

Darüber hinaus zeigt sich das umfassende Leistungspaket in vielfältigen Angeboten: Corporate Benefits bieten den Mitarbeitenden attraktive Zusatzleistungen, während ein breites Schulungsangebot die kontinuierliche fachliche und persönliche Weiterentwicklung fördert. Jobrad-Angebote unterstützen eine nachhaltige, gesunde Mobilität und regelmäßige Team-Events stärken den Zusammenhalt und tragen zu einem positiven Betriebsklima bei, das für die mentale Gesundheit der Beschäftigten von großer Bedeutung ist. Besonders hervorzuheben ist darüber hinaus die spezielle Förderung der Auszubildenden. Schöllgen Haustechnik investiert gezielt in die junge Generation und vermittelt bereits in der Ausbildung die Bedeutung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. 

Das ganzheitliche Betriebliche Gesundheitsmanagement bei Schöllgen Haustechnik zeigt, dass Gesundheitsförderung im Handwerk erfolgreich funktioniert, wenn sie konsequent umgesetzt wird. Der Betrieb macht deutlich, dass körperliche und mentale Gesundheit wesentliche Faktoren für die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden sind.


Tradition trifft Innovation: Wie ein Dortmunder Malerbetrieb Gesundheit systematisch fördert

Logo der Firma hand-werk-zwei e.K.

Betrieb: hand-werk-zwei e.K., Dortmund

Detlef Stolze
Flughafenstraße 219, 
44309 Dortmund, 
www.h-w-2.de

Der Dortmunder Malerbetrieb hand-werk-zwei beweist eindrucksvoll, wie auch kleinere Handwerksbetriebe ein systematisches Betriebliches Gesundheitsmanagement erfolgreich etablieren können. Beim Corporate Health Awards 2026 erreichte das Unternehmen den zweiten Platz und wurde zusätzlich mit dem begehrten Siegel “Exzellentes Betriebliches Gesundheitsmanagement” (2024/2026) ausgezeichnet.

Als traditioneller Malerbetrieb stellt hand-werk-zwei die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Mitarbeitenden konsequent in den Mittelpunkt und hat das Thema fest in die Unternehmenskultur integriert. Geschäftsführer Detlef Stolze zeigt damit beispielhaft, dass professionelles Gesundheitsmanagement keine Frage der Betriebsgröße ist, sondern vor allem eine Frage der Haltung und des Engagements.

Den Grundstein für das umfassende Gesundheitsmanagement legte der Betrieb bereits im Jahr 2021 mit einer systematischen Analyse der Arbeits- und Gesundheitssituation. Durch Mitarbeiterbefragungen wurden die notwendigen Handlungsfelder identifiziert und eine professionelle Begleitung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) auf den Weg gebracht. Darauf aufbauend folgten praxisnahe Workshops direkt am Arbeitsplatz, die sowohl gesundes Arbeiten als auch einen gesundheitsgerechten Umgang miteinander thematisierten.

Besondere Aufmerksamkeit widmete hand-werk-zwei den typischen körperlichen Belastungen im Malerhandwerk. Probleme beim Heben und Tragen wurden gezielt angegangen – unter anderem durch die Anschaffung rückenfreundlicher Hilfsmittel wie spezieller Sackkarren, die den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden spürbar erleichtern. Ein zentraler Erfolgsfaktor des Gesundheitsmanagements ist die kontinuierliche Einbindung der gesamten Belegschaft in alle Gesundheitsaktivitäten und Maßnahmen.

Der ganzheitliche Ansatz von hand-werk-zwei zeigt sich vor allem im Fokus auf umfassende Gesundheit und Wertschätzung im täglichen Miteinander. Das gesundheitsfreundliche Betriebsklima trägt maßgeblich dazu bei, dass Gesundheitsförderung nicht als zusätzliche Aufgabe, sondern als selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur verstanden wird.


Gesunder Rücken, gesundes Team: Wie Rabe-Innenausbau Prävention im Schreinerei-Alltag verankert

Gruppenfoto Rabe Innenausbau GmbH

Betrieb: Rabe-Innenausbau GmbH, Simtshausen (Hessen)

Dipl. Ing. Silke Rabe 
An der Marburger Str. 55
35117 Simtshausen
www.rabe-interiors.de

Die Rabe-Innenausbau GmbH, ein familiengeführter Handwerksbetrieb im Bereich Innenausbau und Schreinerei, wurde 2025 Finalist beim Corporate Health Award und erhielt den Sonderpreis “Gesundes Handwerk”. Damit reiht sich das Unternehmen in die Riege vorbildlicher Handwerksbetriebe ein, die Gesundheitsförderung systematisch und nachhaltig umsetzen.

Fotos: Rabe Innenausbau GmbH

Den Ausgangspunkt für das Betriebliche Gesundheitsmanagement bildete eine gründliche Analyse der körperlichen Belastungen im Arbeitsalltag. Besonders Rückenbelastungen, die im Innenausbau und in der Schreinerei zum beruflichen Alltag gehören, wurden dabei genau unter die Lupe genommen. Darauf aufbauend entwickelte der Betrieb praxisnahe Workshops zur Rückengesundheit, die direkt am Arbeitsplatz stattfinden und den Mitarbeitenden konkrete Hilfestellungen für ihren täglichen Arbeitseinsatz bieten.

Neben der körperlichen Gesundheit setzt Rabe-Innenausbau auch auf das Thema Ernährung als wichtigen Baustein des Wohlbefindens. Schulungen zu gesunder Ernährung sensibilisieren die Belegschaft, während die Bereitstellung gesunder Getränke und Snacks im Betrieb niedrigschwellige Angebote für den Arbeitsalltag schafft. Gemeinsame gesunde Frühstücke fördern zudem den Austausch im Team und stärken das Gemeinschaftsgefühl.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Gesundheitsmanagements sind Teamevents mit Bewegungsbezug. Ob Wanderungen oder gemeinsame Laufveranstaltungen – diese Aktivitäten verbinden Gesundheitsförderung mit Teamentwicklung und sorgen für Ausgleich zum körperlich fordernden Arbeitsalltag.


Wilhelm Mahler Stahl-, Metall- und Maschinenbau, Kirchheim am Ries – Gesundheitsmanagement als gelebte Familientradition

Betrieb: Wilhelm Mahler Stahl-, Metall- und Maschinenbau, Kirchheim am Ries

Wilhelm Mahler
Lachwiesenstr. 1,
73467 Kirchheim am Ries
www.mahler-metallbau.com

Die Wilhelm Mahler Stahl-, Metall- und Maschinenbau aus Kirchheim am Ries in Baden-Württemberg gewann 2022 den ersten Platz beim Sonderpreis “Gesundes Handwerk” der Corporate Health Awards. Das Familienunternehmen, das 1990 aus einer Garage heraus gegründet wurde und sich dem Slogan “Visionen Realisieren” verschrieben hat, beschäftigt 15 Mitarbeitende und wird heute von Wilhelm und Angelika Mahler gemeinsam mit ihren Söhnen Matthias und Michael Mahler in zweiter Generation geführt.

Was den Betrieb besonders auszeichnet, ist die langjährige Tradition im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Seit der Gründung vor über 30 Jahren ist das Team aktiv im Gesundheitsmanagement engagiert. Ein zentraler Baustein hiervon sind flexible Arbeitszeitmodelle, die den unterschiedlichen Lebenssituationen der Mitarbeitenden Rechnung tragen. Ergänzt wird dies durch die Anschaffung ergonomischer Maschinen, die körperliche Belastungen im Arbeitsalltag spürbar reduzieren und zur Arbeitserleichterung beitragen. 

Team-Building-Maßnahmen stärken den Zusammenhalt in der Belegschaft und tragen zu einem positiven Betriebsklima bei. Besonders herausragend ist dabei der partizipative Ansatz: Die Mitarbeitenden können die BGM-Prozesse aktiv mitgestalten und bringen ihre eigenen Ideen und Bedürfnisse im Rahmen von systematischen Bedarfsanalysen ein. Dieser strukturierte Ansatz garantiert, dass Ressourcen gezielt dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen. Wie Angelika Mahler, Leiterin der Verwaltung und BGM-Beauftragte, es auf den Punkt bringt: 

Handwerksbetriebe sind Familienbetriebe, daher liegt uns die Gesundheit unserer Mitarbeiter besonders am Herzen. Wir organisieren kein Gesundheitssystem – wir leben es!