Zentralverband des
Deutschen Handwerks
30.06.2020

Studie zu Folgen des globalen Klimawandels für die Wirtschaft

Die Studie „ImpactChain: Folgen des globalen Klimawandels für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland“ hat die Betroffenheit Deutschlands von den Klimafolgen über den Außenhandel untersucht.

Wie sehr globale Krisen eine eng verknüpfte Welt vor schwierige Herausforderungen stellen können, erfahren Menschen weltweit derzeit in der Corona-Krise. Auch Liefer- und Handelsketten sind betroffen, sie können gehemmt oder unterbrochen sein. Im Auftrag des Umweltbundesamtes wurde in dem Forschungsvorhaben „ImpactChain: Folgen des globalen Klimawandels für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland“ untersucht, wie Deutschland von den Klimafolgen über den Außenhandel betroffen ist.

Die Studie stellt insgesamt stärkere Risiken durch den globalen Klimawandel für Importe Deutschlands als für Exporte fest. Bei den zehn wichtigsten Handelspartnern Deutschlands bei Ein- oder Ausfuhr handelt es sich ausschließlich um europäische Nationen, hinzu kommen die USA und China. Mit Blick auf klimabedingte Störungen gelten diese Länder, wie Deutschland auch, als wirtschaft-lich vergleichsweise resilient. Im Rahmen des Projekts konnte mittels einer Szenarienanalyse für Deutschland gezeigt werden, dass klimabedingte Störungen, die außerhalb Europas entstehen, deutlich stärker auf Deutschlands Wirtschaft wirken als Klimawandelfolgen, die innerhalb Europas entstehen. Das liegt daran, dass die EU-Region vergleichsweise weniger stark von direkten Folgen des Klimawandels betroffen ist.

Die Ergebnisse zeigen eine deutlich exponierte Stellung Deutschlands gegenüber dem weltweiten Klimawandel. Dies betrifft deutsche Unternehmen einer-seits in ihren internationalen Absatzmärkten (Exporte) und andererseits vor allem beim Import wichtiger Vorleistungsgüter für die Produktionsprozesse im Inland. Die Studie empfiehlt den Wirtschaftsakteuren, ihre Strategien der Handelsverflechtungen zu überprüfen und nach Möglichkeiten zu suchen, die Risiken zu reduzieren. Dies könnte durch die Diversifikation der klimaseitigen Exposition der Vorleistungsbezüge und Minderung der Abhängigkeiten von Einzelstoffen aus stark klimaexponierten Ländern erreicht werden. Als Folge dieser Maßnahmen dürfte der Globalisierungsgrad der Produktion von Waren künftig eher etwas abnehmen.

Der Abschlussbericht zu den Folgen des globalen Klimawandels für Deutschland steht auf der Webseite des Bundesumweltamts zum Download bereit.

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