Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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Deutschen Handwerks

Internationale Berufsbildungszusammenarbeit

In diesem Abschnitt bieten wir eine kurze Einführung in die internationale Berufsbildungszusammenarbeit (IBZ). Dafür stellen wir u. a. die wichtigsten Ansprechpartner für Organisationen des Handwerks sowie verfügbare Förderformate vor.
Ein Tischlermeister erklärt einem Auszubildenden, wie er eine Säge benutzen soll.

SCIVET-Koordinierungsstelle

Die SCIVET-Koordinierungsstelle ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um die internationale Berufsbildungszusammenarbeit (IBZ) – sowohl für die Organisationen des deutschen Handwerks als auch für Organisationen, die sich für eine Kooperation mit dem Handwerk interessieren.

Informationen für Kooperationspartner und Interessierte zu SCIVET

Die SCIVET-Koordinierungsstelle im ZDH dient als zentrale Ansprechpartnerin für alle, die sich für internationale Berufsbildungszusammenarbeit im Handwerk interessieren. Sie kann Projektpartner aus dem deutschen Handwerk vermitteln, weil sie einen Überblick über die verfügbaren Angebote im Handwerk hat.

In der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit orientiert sich das Handwerk an den "Systemischen Qualitätsstandards des Handwerks für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit". Diese dienen als systemische Referenz und Grundlage für die handwerksinternen Instrumente für die Projektplanung und -durchführung und Qualitätssicherung. Ausführliche Informationen zu den SCIVET-Instrumenten enthält das "SCIVET-Handbuch basic. Der systemische Ansatz der Handwerksorganisation in der Internationalen Berufsbildungszusammenarbeit". Basierend auf diesem Ansatz bietet das Handwerk verschiedene Unterstützungsleistungen an. Das Leistungsportfolio des Handwerks für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit umfasst die 15 häufigsten Leistungen, die das Handwerk in der IBZ erbringt und bietet somit eine Übersicht über die vielfältigen Möglichkeiten von IBZ-Projekten.

SCIVET

International Vocational Education & Training – mehr Informationen auf der SCIVET-Website:

Zu SCIVET

Informationen für Organisationen des deutschen Handwerks zur SCIVET-Koordinierungsstelle

Die SCIVET-Koordinierungsstelle bietet Mitgliedern der Handwerksorganisation kostenlos Unterstützung in praktischen Fragen der internationalen Projektarbeit und vertritt ihre Interessen auf der politischen Ebene. Sie ist Teil der Abteilung Berufliche Bildung im ZDH.

Welche Leistungen bietet die SCIVET-Koordinierungsstelle?

  • Information über bilaterale Berufsbildungskooperationen der Bundesregierung
  • Information über Ausschreibungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit
  • Beratung bei der Erstellung von Förderanträgen und Projektskizzen
  • Vermittlung ausländischer Anfrager/Projektpartner an Organisationen des deutschen Handwerks
  • Bereitstellung und Pflege von digitalen Hilfsmitteln für die Planung, Durchführung und Qualitätssicherung von internationalen Berufsbildungsprojekten (Videoeinführung zu den SCIVET-Instrumenten)
  • Hilfestellung zu den SCIVET-Instrumenten
  • Vertretung Ihrer Interessen in den politischen Planungsprozessen der Bundesregierung in der IBZ
  • Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten für IBZ-Projekte
  • Vermittlung von Kontaktdaten zu anderen Handwerksakteuren als Projektpartner
  • Unterstützung bei der Vernetzung mit anderen Handwerkseinrichtungen, die in der IBZ aktiv sind
  • Unterstützung der IBZ-bezogenen Öffentlichkeitsarbeit von Organisationen des deutschen Handwerks
  • Regelmäßiger themenbezogener Erfahrungsaustausch in Form einer Videokonferenz an jedem 3. Donnerstag im Monat von 13 bis 14 Uhr.

Was finden Sie auf SCIVET.DE

Auf der Website des Projekts SCIVET finden Sie:

  • Berichte aus der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit des Handwerks
  • Nachrichten aus der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit
  • Datenbank, mit der Organisationen des Handwerks die SCIVET-Koordinierungsstelle über bisherige Projekte und Möglichkeiten für künftige Projekte auf dem Laufenden halten können (Videoeinführung hier)
  • Passwortgeschützter Bereich mit Arbeitsmitteln und Informationen für internationale Berufsbildungsprojekte (Videoeinführung hier). Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Handwerkseinrichtungen können sich mit ihrer dienstlichen E-Mailadresse registrieren. Bei der Registrierung von Handwerkerinnen und Handwerkern prüft SCIVET die Zugehörigkeit zu einer Handwerkskammer.

Dort halten wir u. a. Folgendes für Sie bereit:

  • das SCIVET-Handbuch (Vollversion),
  • die SCIVET-Instrumente,
  • die Ergebnisse der bisherigen Termine des SCIVET-Erfahrungsaustauschs,
  • eine Linksammlung z.B. mit Recherchequellen für länderspezifische Rahmenbedingungen,
  • Standardpräsentationen zum deutschen Berufsbildungssystem aus Sicht des Handwerks.

SCIVET-Projektförderung

SCIVET wurde von Mai 2016 bis September 2018 als Verbundprojekt vom ZDH und der ZWH durchgeführt. Der ZDH führt das Projekt seitdem fort. Das BMBF fördert SCIVET seit 2016.

Downloads

  • Nachhaltige Entwicklung braucht handwerkliche Berufsbildung
  • Angebot der SCIVET Koordinierungsstelle
  • SCIVET Handbuch basic

Partner des Handwerks in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit

In der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (IBZ) sind viele deutsche Akteure aktiv. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Partner aus Sicht des Handwerks und zeigen auf, wie diese Organisationen das Engagement von Organisationen des Handwerks jeweils unterstützen können.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Im Rahmen der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) weltweit ein wichtiger Ansprechpartner für Fragen zur Weiterentwicklung von dualen Ausbildungsstrukturen, denn die deutsche Berufsbildung genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Verschiedene Länder fragen gezielt nach Kooperationen zu diesem Thema. Das BMBF unterhält derzeit Berufsbildungskooperationen mit Partnerministerien in 16 Ländern. Wesentliche Ziele sind die Unterstützung der Partnerländer bei der Modernisierung ihrer Berufsbildungssysteme und die Unterstützung deutscher Unternehmen in den Partnerländern bei der Fachkräfteausbildung. Das BMBF bindet auf verschiedenen Wegen die für Berufsbildung zuständigen Akteure in die internationale Berufsbildungszusammenarbeit ein, darunter auch den ZDH als einen der Wirtschafts- und Sozialpartner.

Strategiepartner DIHK und DGB

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der ZDH sind die sogenannten Strategiepartner der Bundesregierung in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit. Alle drei Häuser führen ein vom BMBF gefördertes Strategieprojekt durch. Diese sind die Kompetenzstelle für internationale Berufsbildung (DIHK-KIBB) beim DIHK, Unions4VET beim DGB und SCIVET beim ZDH. Die drei Strategiepartner spielen jeweils eine wichtige Rolle im deutschen Berufsbildungssystem und bringen ihre Erfahrungen und die Interessen ihrer Mitglieder in die internationale Berufsbildungszusammenarbeit ein. Dort, wo sich Synergien ergeben, unterstützen sie die Konzeption gemeinsamer Projekte.

GOVET

Die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET) unterstützt, berät und vernetzt die Bundesministerien, insbesondere das BMBF, sowie in- und ausländische Partnereinrichtungen. Organisationen des Handwerks finden auf der Internetseite von GOVET umfangreiche Informationen sowie Referenzmaterial, das im Rahmen der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit genutzt werden kann. Dazu gehören:

  • eine Datenbank mit Informationen zu bisherigen und laufenden Berufsbildungsprojekten
  • Standardpräsentationen zum deutschen Berufsbildungssystem in verschiedenen Sprachen
  • Filme zum deutschen Berufsbildungssystem und zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit
  • Übersetzungen deutscher Ausbildungsordnungen sowie eines Musterausbildungsvertrages
  • Glossare zu Fachbegriffen aus der beruflichen Bildung.

GOVET ist Teil des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

iMOVE

Seit 2001 unterstützt die Marketingplattform iMOVE im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) deutsche Unternehmen und Organisationen der beruflichen Aus- und Weiterbildung bei der Internationalisierung ihrer Dienstleistungen und Produkte. Zum iMOVE-Netzwerk zählen auch Handwerkskammern und Kreishandwerkerschaften, die ihre Services grenzüberschreitend anbieten. Neben Veranstaltungs- und Publikationshinweisen sowie hilfreichen Kontakten finden Interessierte auf der iMOVE-Website:

Organisationen des Handwerks haben auch die Möglichkeit, ihr Angebotsprofil in der Anbieter-Datenbank von iMOVE hinterlegen zu lassen, falls sie internationale Dienstleistungen, eine mehrsprachige Website und einige erprobte Best-Practice-Beispiele vorweisen können (iMOVE | Aufnahmekriterien). Dieses kostenlose Profil ist ein weiterer Weg, um internationale Partner auf die Leistungsmöglichkeiten der Organisation aufmerksam zu machen und generell leichter gefunden zu werden.

DLR PT

Der DLR Projektträger (DLR-PT) unterstützt mit seiner Arbeitsgruppe "Internationalisierung der Berufsbildung" das BMBF bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit. Neben den vielfältigen Aktivitäten innerhalb der bilateralen Berufsbildungskooperationen des BMBF setzt der DLR-PT die Projektförderung für das BMBF um, was u. a. die Entwicklung von Förderbekanntmachungen, die Beratung von Antragstellenden, die fachliche und finanzwirtschaftliche Betreuung der geförderten Projekte beinhaltet, wie auch die Organisation des Wissens-, Erfahrungs- und Innovationstransfers. Ein zentrales Instrument des Transfers ist die Reihe "Berufsbildung International", die der DLR-PT herausgibt, in der Querschnittsthemen der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit aus den Perspektiven von Forschung, Wirtschafts- und Sozialpartnern, Bildungspraxis und internationaler Berufsbildungspolitik betrachtet werden.

Förderformate in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit

Für internationale Berufsbildungsprojekte des Handwerks gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Programme vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Europäischen Union vor.

BMBF: WiSoVET

Mit der Richtlinie zur Förderung von Implementierungsprojekten von Organisationen der Wirtschafts- und Sozialpartner im Rahmen der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit – WiSoVET – werden im Rahmen der bilateralen Kooperationen des BMBF u. a. Projekte gefördert, welche die operative Mitwirkung der Kammer- und Arbeitnehmerorganisationen an der Gestaltung und Umsetzung der Berufsbildungszusammenarbeit unterstützt. Anträge sollen nicht initiativ gestellt werden, stattdessen wird anlassbezogen durch den DLR-PT zur Einreichung von Anträgen aufgefordert. Die SCIVET-Koordinierungsstelle informiert über solche Aufforderungen per Rundschreiben und berät Organisationen des Handwerks zur Antragsstellung. Bislang sind unter dieser Förderrichtlinie zwei Verbundprojekte mit Handwerksbeteiligung in Italien und in den USA gestartet: MSE-VET Italy und WiSo USA.

Erasmus+

Über das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ werden neben individuellen Auslandaufenthalten auch Projekte von Einrichtungen des Handwerks gefördert:

Die Leitaktion Strategische Partnerschaften umfasst die Förderung von Kooperationspartnerschaften zwischen Einrichtungen der beruflichen Bildung für den Austausch und die Entwicklung guter Praktiken und Innovationen.

Die Leitaktion Unterstützung politscher Reformen beinhaltet die Unterstützung von Reformen der Berufsbildungssysteme sowie der berufsbildungspolitischen Zusammenarbeit in der EU.

Ansprechpartner für Erasmus+

Dr. Christian Sperle
Referatsleiter Internationale Berufsbildungspolitik
Tel: +49 30 20619-305

sperle(at)zdh.de

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