Zentralverband des
Deutschen Handwerks
05.03.2026

Handwerk zieht wirtschaftspolitische Zwischenbilanz

"Im Handwerk entscheidet sich täglich, ob investiert, ausgebildet, eingestellt wird." Dafür braucht es Reformtempo, Verlässlichkeit und eine klare wirtschaftspolitische Prioritätensetzung, so ZDH-Präsident Jörg Dittrich bei Carsten Hoefer von dpa.
Jörg Dittrich

“Nach rund 300 Tagen im Amt ist es Zeit für eine ehrliche Zwischenbilanz der wirtschafts- und reformpolitischen Arbeit der Bundesregierung. Die Koalition hat wichtige Impulse gesetzt, etwa mit verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen, dem Entlastungskabinett und der Modernisierungsagenda. Das geht zwar in die richtige Richtung. Doch Impulse allein genügen nicht für einen dynamischen und nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung. Im Alltag der Betriebe kommt davon noch zu wenig an. Handwerksbetriebe brauchen spürbare Entlastungen bei Bürokratie, Steuern, Energiepreisen und Sozialabgaben. Gerade im mittelständisch geprägten Handwerk entscheidet sich tagtäglich, ob investiert, ausgebildet und eingestellt wird. Die Aufgaben sind gewaltig: von der Unternehmensnachfolge in tausenden Betrieben bis zur wirtschaftlichen Transformation durch Digitalisierung und Klimaschutz. Entscheidend sind jetzt Verlässlichkeit, Planungssicherheit und klare politische Prioritäten. Meine Erwartung für dieses Jahr ist deshalb eindeutig: mehr Tempo bei Reformen, dabei mehr Vertrauen in Unternehmertum und weniger staatliche Detailsteuerung und Kontrolle. Die Politik muss sich nun daran messen lassen, ob sie den Mut zu grundlegenden Strukturreformen aufbringt, und diese dann auch entschlossen umsetzt.”

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