05.05.2021

Wirtschaftliche Entwicklung nach Corona braucht Handwerk in Europa

Portraitfoto von Holger Schwannecke auf der Dachterrasse im Haus des Deutschen Handwerks mit Blick über Berlin
Foto: ZDH/Boris Trenkel

Zu der von der EU-Kommission am 5. Mai 2021 veröffentlichten Industriestrategie für Europa erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):

"Es ist richtig, dass die EU-Kommission eine Strategie für Europa mit den notwendigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen vorschlägt, mit denen der Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie unterstützt werden soll. Denn nur mit einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik kann dieser Wiederaufbau gelingen. Allerdings sind die in der nun veröffentlichten Industriestrategie vorgesehenen Vorschläge und Maßnahmen auf die Industrie im engeren Sinne ausgerichtet und lassen andere Wirtschaftsbereiche außen vor, obwohl mit dem Wort "Industrie" im englischen Sprachgebrauch das gesamte verarbeitende Gewerbe einschließlich Handwerk gemeint ist. Konkrete Maßnahmen für Handwerksbetriebe fehlen jedoch.

Ein wirklich nachhaltiger Aufschwung lässt sich aber nur gemeinsam mit dem Handwerk gestalten. Dafür ist eine ausgewiesene KMU-Politik auf europäischer Ebene notwendig. Diese muss entsprechend differenzierte und konkrete Handlungsansätze beinhalten. Das Handwerk braucht etwa den Zugang zu Daten über offene Schnittstellen, um aus einer Palette an industriell hergestellten und standardisierten Produkten für Kunden ein passgenaues Dienstleistungsangebot erstellen zu können.

Bei der Entwicklung der vorgeschlagenen 14 Wirtschaftsfelder (Öko-Systeme) sollte die breit angelegte Innovationskraft des Handwerks genutzt werden. Denn starke regionale Allianzen (Cluster) können Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum sein und fördernde Impulse für Zukunftsinvestitionen geben. Nicht zuletzt können sie dazu beitragen, den sozialen Zusammenhalt in Europa zu bewahren und zu stärken."

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