08.09.2020

OECD-Bildungsbericht unterstreicht die Bedeutung der beruflichen Bildung für Deutschland

Foto: AdobeStock/ehrenberg-bilder

Zu dem am Dienstag, 8. September 2020 veröffentlichten Jahresbericht „Bildung auf einen Blick“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der dieses Mal den Bereich der beruflichen Bildung in den Fokus nimmt, erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):

„Das Handwerk begrüßt, dass die OECD in ihrem aktuellen Bildungsbericht die berufliche Bildung als Stärke des deutschen Bildungssystems hervorhebt. Zurecht erwarten die OECD-Experten, dass das Berufsbildungssystem auch in der wirtschaftlichen Erholungsphase nach der Corona-Pandemie eine Schlüsselrolle spielen wird.

Damit werden die Bedeutung der beruflichen Bildung an der Schnittstelle zwischen Schule und Arbeitsmarkt und ihre wesentliche Funktion für die Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft anerkannt.

Die Stärke des Systems zeigt sich insbesondere in der mit 88 Prozent überdurchschnittlich hohen Beschäftigungsquote der beruflich qualifizierten 25-34-jährigen in Deutschland (OECD-Durchschnitt: 82 Prozent) sowie gleichzeitig am mit 8 Prozent sehr geringen Anteil der 18-24-jährigen Menschen, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind (OECD-Durchschnitt: 14 Prozent).

Wünschenswert für die Zukunft wäre jedoch, wenn die OECD auch die Höhere Berufsbildung in den Fokus nehmen würde. Denn Meister, Fach- und Betriebswirte sowie Restauratoren sollten sich künftig ebenfalls in der Statistik der OECD wiederfinden. Die dafür fehlenden internationalen Definitionen müssen zeitnah abgestimmt und umgesetzt werden.

Auch die OECD-Studie weist auf Defizite im System der Allgemeinbildung hin, die während der Corona-Pandemie augenfällig geworden sind. Der mit dem Lockdown verbundene hohe Unterrichtsausfall traf viele Schulen weitgehend unvorbereitet. So besuchten nur 33 Prozent der deutschen Schüler eine schulische Einrichtung, die über „effektive Onlineplattformen zur Lernunterstützung“ verfügen (OECD-Durchschnitt: 54 Prozent). Daher müssen der ausgefallene Unterricht ebenso wie die ausgefallenen Maßnahmen der Berufsorientierung dringend nachgeholt werden. Entschiedener als bislang muss die Digitalisierung im schulischen Umfeld angegangen werden. Es ist deshalb wichtig, dass der DigitalPakt der Bundesregierung rasch und bürokratiearm vorangetrieben wird.“

OECD-Bildungsbericht

Foto: AdobeStock/auremar

Mehr zum Thema

Foto: AdobeStock/Lisa F Young