28.11.2019

Handwerk ruft Länder zur Stärkung der beruflichen Bildung auf

ZDH/Boris Trenkel

Zu der am Freitag, 29. November 2019 anstehenden Beschlussfassung des Bundesrates über das Berufsbildungsmodernisierungsgesetz, erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke:

„Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen für das Handwerk. Bund und Länder sowie die Wirtschaft sind sich darin einig, dass die berufliche Bildung gestärkt werden muss, um in den kommenden Jahren wesentlich mehr junge Menschen von der Attraktivität einer beruflichen Ausbildung zu überzeugen. Das Gesetz zur Stärkung und Modernisierung der beruflichen Bildung muss hierzu beitragen.

Die Bilanz des Handwerks zu diesem Gesetz fällt durchwachsen aus, vor allem wegen zahlreicher Belastungen für Klein- und Kleinstbetriebe wie z. B. die Mindestausbildungsvergütung. Umso wichtiger sind die Regelungen, die zu einer echten Stärkung der Berufsbildung beitragen. So werden die neuen Zusatzbezeichnungen „Bachelor und Master Professional“ für Fortbildungsabschlüsse, die man nach der Lehre erwerben kann, im Handwerk in großer Breite begrüßt. Junge Handwerksmeisterinnen und -meistern erwarten, dass ihre berufliche Qualifikation gesellschaftlich anerkannt und im internationalen Raum verständlich zum Ausdruck gebracht wird. Die behauptete Verwechslungsgefahr zwischen beruflichen und akademischen Abschlüssen sehen Handwerksbetriebe ganz und gar nicht.

Ich appelliere an die Mitglieder des Bundesrates, einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der beruflichen Bildung zu leisten und in dieser Frage nicht den Vermittlungsausschuss anzurufen. Mit der Zustimmung zum Bachelor und Master Professional kann die Politik ein überfälliges Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung der beruflichen Bildung setzen. Um es klar auf den Punkt zu bringen: Es geht nicht darum, Unterschiede zwischen Berufsbildung und Hochschulbildung zu negieren, sondern darum die Gleichwertigkeit von Studium und Höherer Berufsbildung öffentlich zum Ausdruck zu bringen.“

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