23.11.2020

Wie digital ist das Handwerk in Deutschland?

Andreas Owen, Gründer von wirsindhandwerk.de, ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke und Udo Wendt, Leiter Geschäftskunden Deutschland der Deutschen Bank AG.
Foto: ZDH/Boris Trenkel

Bundesweite Studie misst Digitalisierungsgrad im Bau- und Ausbauhandwerk


Das „Digitalisierungsbarometer für das Bau- und Ausbauhandwerk“ hat ausgehend von der Frage  „Wie digital ist das Handwerk wirklich?“ erstmals den Grad der Digitalisierung unterschiedlicher Gewerke des Baus und Ausbaus analysiert. Die Ergebnisse dieses breit angelegten, repräsentativen Forschungsprojektes liegen jetzt vor und zeigen, dass die Digitalisierung im Handwerk angekommen ist: Über alle untersuchten Gewerke hinweg haben Betriebschefs die Bedeutung des Themas Digitalisierung erkannt.
 
Zentrales Ergebnis der Studie ist: Je größer ein Betrieb ist, desto höher ist auch der Digitalisierungsgrad. Hingegen besteht besonders bei kleineren, familiengeführten und vom Strukturwandel betroffenen Handwerksbetrieben zum Teil noch eine große Unsicherheit darüber, wie sich die Digitalisierung umsetzen lässt. Diese Betriebe müssen noch stärker bei der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen unterstützt und gefördert werden.
 
„Das Digitalisierungsbarometer gewährt uns einen wertvollen und deutschlandweiten Einblick darüber, wie Handwerksunternehmen den Anpassungs- und Veränderungsprozess im Zuge der digitalen Transformation bewältigen - speziell in den Digitalisierungsgrad der Bau- und Ausbaugewerke. Das hilft uns, Bedarfe, Herausforderungen und eventuelle Hürden zu identifizieren und dann gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk passfähige Angebote für die Betriebe der Bau-, Ausbau- und anlagentechnischen Gewerke zu entwickeln, um sie auf diesem Weg zu unterstützen. Von der Analyse der Ergebnisse werden auch unsere Unterstützungsangebote für die anderen Handwerksbereiche profitieren“, so Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).
 
Insgesamt ist das Ausbaupotenzial bei der Digitalisierung in den Gewerken des Bau- und Ausbauhandwerks in Deutschland weiter recht groß: Der Gesamtdigitalisierungsgrad ist mit 37 von 100 möglichen Punkten in den untersuchten Gewerken noch nicht zufriedenstellend. So hat die Untersuchung etwa gezeigt, dass vielen Betrieben eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie fehlt, Entscheidungen zu Digitalisierungsprozessen eher ad hoc umgesetzt werden und weniger im Zuge längerfristiger Planungen erfolgen. Hier gilt es, das Verständnis bei den Betrieben dafür zu fördern, dass eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie für die erfolgreiche zukunftsgerichtete Fortführung von großer Bedeutung ist.
 
„Als Hauptsponsor der Studie „Digitalisierungsbarometer für das Bau- und Ausbauhandwerk” möchte auch die Deutsche Bank dazu beitragen, das Handwerk mit Blick auf das Thema Digitalisierung etwas genauer zu betrachten. Die Ergebnisse zeigen Trends auf und geben Handwerkerinnen und Handwerkern relevante Informationen dazu an die Hand, wie sie sich im Wettbewerb noch zukunftsgerichteter aufstellen können. Dabei wollen wir die Unternehmen gerne unterstützen“, erklärt Udo Wendt, Leiter Geschäftskunden Deutschland bei der Deutschen Bank.
 
Ein Bereich, wo Handwerksunternehmen sich durchaus digitaler aufstellen können, liegt etwa bei der Präsentation von Betrieben und ihren Dienstleistungen gegenüber Endkunden. Hier liegt im Bau- und Ausbauhandwerk Potenzial, moderner und zeitgemäßer aufzutreten, etwa indem Betriebe ihren guten Ruf auch in Form von Bewertungen online abbilden.
 
Als Initiator der Studie betont Andreas Owen den neuartigen Forschungsansatz bei der Erhebung des Digitalisierungsgrades in den ausgewählten Gewerken: „Bei der Gründung der Empfehlungsplattform wirsindhandwerk.de stellte sich uns die Frage, wie digital die einzelnen Gewerke tatsächlich sind. Um das realistisch zu ermitteln, hatte ich die Idee einer 360-Grad-Betrachtung mit einer Fortschreibung der Ergebnisse. Mit diesem bislang einzigartigen Forschungsmodell werden sowohl die Sicht der Handwerksbetriebe als auch die Perspektiven der Industrie, der Verbände, der Endkunden und der Jugend berücksichtigt. Die Ergebnisse ermöglichen zudem eine Vergleichbarkeit der Gewerke. Mit dieser differenzierten und ganzheitlichen Betrachtung möchten wir einen Beitrag zur Stärkung des Handwerks im digitalen Wandel leisten“, so Andreas Owen, Mitautor der Studie und Gründer der wirsindhandwerk gmbh.
 
Befragt wurden im Rahmen des Forschungsprojektes insgesamt 1800 Handwerksbetriebe telefonisch sowie 1000 Endkunden und 900 Jugendliche online. In der aktuell vorliegenden Studie wurden zunächst die Gewerke Maler, Stuckateure, Elektro, Sanitär-Heizung-Klimatechnik, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Zimmerer, Schreiner sowie Dachdecker berücksichtigt. Weitere Gewerke sollen folgen und auch eine zeitliche Fortschreibung der analysierten Gewerke ist angedacht.
 
Herausgeber und Sponsor für die bundesweite Studie ist das Konstanzer Unternehmen wirsindhandwerk.de mit Unterstützung der Deutschen Bank als Hauptsponsor und der Signal Iduna. Transferpartner ist der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH). Medienpartner sind das Handwerk Magazin, Deutsche Handwerkszeitung (DHZ) und die TV-Sendung „Bauen & Wohnen“.
 
Die Ergebnisse der Studie sind unter www.digibarometer-handwerk.de abrufbar.

Ein Foto der Übergabe des „Digitalisierungsbarometers für das Bau- und Ausbauhandwerk” an ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke und Udo Wendt, Leiter Geschäftskunden Deutschland bei der Deutschen Bank, am 23. November 2020 im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin finden Sie im anliegenden Downloadkasten.

Foto zum Download:

Foto: ZDH/Boris Trenkel
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Von links nach rechts: Andreas Owen, Gründer von wirsindhandwerk.de, ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke, Udo Wendt, Leiter Geschäftskunden Deutschland der Deutschen Bank AG


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